Persönlich
Die Heimkehr der Waschkarte

Einige Tipps sind eingegangen, wie man die im Mietshaus gestohlene Karte zurückerobern könnte.

Kelly Spielmann
Kelly Spielmann
Merken
Drucken
Teilen

Kürzlich habe ich an dieser Stelle vom Waschkartendieb berichtet – und die Tatsache, dass ich seither nicht mehr waschen kann. Das hat Reaktionen ausgelöst. Unter anderem Tipps, wie ich die Karte zurückerobern könnte.

Ich soll nicht warten, bis der Waschgang des Diebs zu Ende ist, so eine Leserin. Nein, ich müsse die Karte während des Waschens entfernen, sobald ich sie erspähe. Das habe ich mir auch schon überlegt. Aber: So würde der Dieb schliesslich vor der Maschine stehen, voll mit einer Ladung halb-gewaschener, nasser Wäsche, die in den sommerlichen Temperaturen wohl schon begonnen hat, etwas zu müffeln. Einen Nachbarschaftsstreit will ich nicht starten, also wächst der Wäscheberg in meiner Wohnung noch eine Weile weiter.

Ein anderer Hinweis, den ich erhalten habe, war linguistischer Natur: Bei uns im Haus herrsche keine Anarchie, wie ich fälschlicherweise geschrieben hatte, sondern deren Gegenteil, die Anomie. Asche auf mein Haupt – ich danke für den Hinweis, leider wäscht er aber keine Kleider.

Deshalb sitze ich nun auf der Kellertreppe und warte. Seit einer halben Stunde. Im Kartenleser steckt sie, meine Waschkarte, die Nummer sechs. Noch fünf Minuten verbleiben im Waschgang, das Schleudern der Maschine lässt bereits den Boden vibrieren. Heute hole ich mir meine Karte zurück. Anarchie, Anomie, Nachbarschaftsstreit? Das spielt nun keine Rolle mehr. Ich brauche saubere Socken.