Seltisberg
Personalnotstand: Seltisberg sucht dringend einen neuen Verwalter

Seltisberg sucht einen Nachfolger für den Gemeindeverwalter Hans Rudolf Held. Der Wunschkandidat hat abgesagt. Bleibt die zweite Ausschreibungsrunde ohne Resultat, könnte eine Kooperation mit Nachbarsgemeinden weiterhelfen.

Andreas Hirsbrunner
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hn zu ersetzen, ist sehr schwierig: Der Seltisberger Gemeindeverwalter Hans Rudolf Held geht nach mehr als 30 Jahren in Pension.

hn zu ersetzen, ist sehr schwierig: Der Seltisberger Gemeindeverwalter Hans Rudolf Held geht nach mehr als 30 Jahren in Pension.

Juri Junkov

Der neue Seltisberger Gemeindepräsident Bernhard Zollinger hat den künftigen Kurs im letzten Dorfblatt angedeutet: Seltisberg habe mit Blick auf die Finanzen eine kritische Grösse erreicht, und das Nachdenken über eine Zusammenarbeit mit andern Gemeinden im Schulbereich und der Verwaltung dürfe kein Tabu mehr sein. «Mittelfristig» könne es sogar nötig sein, über eine Fusion zu diskutieren.

Allrounder gefragt

Zumindest bei der Verwaltung könnte eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit schneller aufs Tapet kommen als gedacht. Denn Seltisberg hat Mühe, Ersatz für seinen langjährigen Gemeindeverwalter Hans Rudolf Held zu finden. In einer ersten Ausschreibungsrunde im Sommer meldeten sich zwar 15 Personen, doch der Auserkorene sagte ab. Zur Zeit läuft die zweite Ausschreibung.

Held, seit über 30 Jahren im Amt, sieht die hohe Arbeitsbelastung in einer 1300-Seelen-Gemeinde wie Seltisberg, wo der Verwalter noch ein Allrounder ist, als eine Hürde. Zudem hätten Quereinsteiger - zum Beispiel aus dem Banken-Sektor - Lohnvorstellungen, die den Rahmen einer öffentlichen Verwaltung sprengten.

Hoffnung auf mehr Nachwuchs

Hans Rudolf Held, der auch die Weiterbildungskommission des Gemeindeverwalterverbandes präsidiert, setzt für die Zukunft grosse Hoffnungen auf die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule: Die dort relativ neu angebotenen drei Weiterbildungsmodule in «öffentlichem Gemeinwesen Nordwestschweiz» sollten mehr Verwalternachwuchs hervorbringen.

Held wird Ende Mai pensioniert. Im Idealfall hätte er seinen Nachfolger ab Januar eingearbeitet, was jetzt kaum mehr möglich ist. Gemeindepräsident Zollinger sagt: «Wenn wir bis Ende Januar niemanden finden, wird es prekär. Dann müssen wir neue Möglichkeiten abklären.» Den momentan denkbaren Kooperationsrahmen mit andern Gemeinden steckt Zollinger so ab: Zusammenarbeit ja, Verwaltungsfusion nein, Gemeindefusion kein Thema.

Im Dezember streckt der weitgehend neue Seltisberger Gemeinderat seine Fühler nach Lupsingen aus: Die beiden Behörden besprechen mögliche Synergien durch Zusammenarbeit «im ganzen Themenspektrum», wie Zollinger sagt. Und im Januar stehe ein Treffen der Präsidenten von Liestal, Lupsingen und Seltisberg auf dem Programm. Auch dort gehe es um gemeinsame Ressourcennutzung. Mit dem grossen Nachbarn Liestal verbinden Seltisberg schon diverse Zweckverbände. Der Liestaler Stadtpräsident Lukas Ott sagt: «Das Treffen dient dem Ausloten einer verstärkten Zusammenarbeit. Wir wollen eine erste Auslegeordnung machen.» Es sei ein Gebot der Stunde, effektiver und effizienter zu werden.