Frist abgelaufen
Pferdehalter missachten Meldepflicht und riskieren Übertragung von Seuchen

Kanton hilft Besitzern bei der Registrierung ihrer Tiere, denn seit 2011 besteht für alle Halter von Ponys, Eseln, Pferden und Maultieren eine Meldepflicht. Grund dafür ist, dass Pferde in der Welt herum gereicht werden und Seuchen einführen können.

Andreas Hirsbrunner
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Bei Seuchen hilft die Registrierung, Pferdeleben zu retten

Bei Seuchen hilft die Registrierung, Pferdeleben zu retten

Keystone

Der Globalisierungswind weht nun auch in die Schweizer und damit in die Baselbieter Pferdeställe: Seit 2011 besteht für alle Halter von Pferden, Ponys, Eseln und Maultieren, ob Landwirte oder Privatpersonen, die Pflicht, ihre Tiere in der eidgenössischen Tierverkehrsdatenbank anzumelden.

Zusätzlich brauchen Fohlen einen Chip. Grund für diese neue administrative Last ist der Trend, mittlerweile auch Pferde in der halben Welt herumzureichen.

Landwirte sind pflichtbewusster

Und das ist wegen der Gefahr, dadurch Seuchen einzuführen, nicht ganz unproblematisch. Die stellvertretende Kantonstierärztin Anna Jaggi nennt in erster Linie die Afrikanische Pferdepest und das aus Australien stammende Hendra-Virus, beides meist tödlich verlaufende Erkrankungen der Atemwege respektive der Lunge.

Sinn der Registrierung sei nun, den Weg der Tiere im Seuchenfall zurückverfolgen und schnell reagieren zu können, sagt Jaggi. Kühe werden im Übrigen schon seit rund zehn Jahren registriert und auch bei Schweinen, Schafen und Ziegen gibt es Vorgaben.

Deshalb haben Landwirte eine gewisse Routine beim Umgang mit der Tierverkehrsdatenbank und melden nun auch die Pferde mehr oder weniger pflichtbewusst an.

Nicht so aber offenbar die privaten Halter. Jaggi: «Wir stellen bei Kontrollen auf Bauernhöfen immer wieder fest, dass die eingestellten Pensionspferde nicht registriert sind.» Sie schätzt, dass die laut Tierverkehrsdatenbank bis jetzt gemeldeten 2242 Pferde, Ponys, Esel und Maulesel etwa 80 Prozent des ganzen Bestandes im Kanton entsprechen.

Damit verstossen die Besitzer der restlichen 20 Prozent gegen das Tierseuchengesetz, denn die Übergangsfrist für die Pferderegistrierung ist Ende des letzten Jahres abgelaufen.

Doch der Kanton will vorerst nicht strafen, sondern intensiver informieren. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil die Online-Registrierung der Pferde in der Tierverkehrsdatenbank technisch nicht von Beginn weg optimal gelaufen sei und Pferdehalter deshalb die Registrierung nicht vorgenommen hätten, sagt Jaggi.

Für die säumigen Pferdehalter bietet sich nun am Ebenraintag von kommendem Sonntag eine einmalige Gelegenheit für eine einfache Registrierung: Im Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain in Sissach sind an einem Stand Fachleute mit Computern vor Ort, die bei der Anmeldung helfen.

Mitzubringen sind Pferdepässe und allfällige Tierverkehrsdatenbank-Nummern. Die Registrierung kostet 40 Franken pro Tier und kann als Tribut an die Globalisierung verbucht werden.