Abwasserreinigung
Planung des Neubaus sistiert - ARA-Projekte werden nun überprüft

Die angelaufene Planung des Neubaus der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Bubendorf ist sistiert. Weil der Bund die Finanzierungsregeln geändert hat, wird nun eine Zusammenlegung mit der ARA Füllinsdorf geprüft.

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Kernstücke waren, die ARA Frenke 2 in Niederdorf aufzuheben und die ARA Frenke 3 in Bubendorf neu zu bauen für beide Einzugsgebiete.

Kernstücke waren, die ARA Frenke 2 in Niederdorf aufzuheben und die ARA Frenke 3 in Bubendorf neu zu bauen für beide Einzugsgebiete.

Nicole Nars-Zimmer

Der Landrat hatte im Oktober 2012 einen Kredit von 52 Millionen Franken gesprochen für die Neuordnung der Abwasserreinigung in den Frenkentälern. Kernstücke waren, die ARA Frenke 2 in Niederdorf aufzuheben und die ARA Frenke 3 in Bubendorf neu zu bauen für beide Einzugsgebiete.

Doch inzwischen hat der Bund mit neuem Gewässerschutzrecht die Spielregeln für die Finanzierung geändert, wie ein Sprecher des Amtes für Industrielle Betriebe (AIB) erklärte. Er bestätigte am Dienstag Angaben der Zeitung «Volksstimme». Das bringe eine neue Ausgangslage auch für die Frenkentäler-ARA, weshalb man die Projektierung sistiert hat.

Das AIB favorisiert gemäss dem Sprecher nun eine weiter gehende Zusammenlegung sanierungsreifer ARA. Konkret soll auch auf jene in Bubendorf verzichtet und stattdessen für das ganze Einzugsgebiet jene weiter bachabwärts in Füllinsdorf neu gebaut werden. Dazu wäre eine neue Regierungsvorlage nötig, die wieder der Landrat bewilligen müsste.

Bund zahlt an Leitungen

Neu werden drei Viertel der Investitionen beim ARA-Bau aus einem Bundes-Fonds finanziert, der mit einem Zuschlag auf den Wasserpreis finanziert wird. Verzichtet der Kanton auf einen ARA-Neubau und leitet stattdessen das Abwasser in eine andere ARA ab, kann er das so eingesparte Fonds-Geld für die Ableitungen verwenden.

Da der Kanton die laufenden ARA-Betriebskosten selber bezahlen muss, ist er an einer möglichst effizienten Infrastruktur interessiert. Grössere Anlagen sind prinzipiell günstiger zu bauen und auch effizienter, sagt der Sprecher.

Die Konsequenzen eines solchen neuen AAR-Konzeptes werden derzeit geprüft. Auch das Amt für Umweltschutz und Energie muss Stellung nehmen. Eine der dabei zu klärenden Fragen ist die Restwassermenge - abgeleitetes Wasser fehlt insbesondere zu Niederwasser-Zeiten im Bachbett, was dort den Lebensraum verändert.

Falls sich die Regierung für einen Konzeptwechsel entscheidet, dann bekommen die Frenkentäler rund zwei Jahre später als bisher vorgesehen neue ARA. Jedoch wäre nicht die ganze Vorarbeit in den Sand gesetzt: Ein Teil der Planungen für Bubendorf kann gemäss dem Sprecher für ein neues Projekt in Füllinsdorf adaptiert werden.