Plakate
Politiker strahlen in Allschwil zum letzten Mal aus jeder Ecke

Nach den Gemeindewahlen hat es sich in Allschwil ausplakatiert. Danach gibt es nur noch offizielle Stellen für die Reklamen.

Julia Gohl
Drucken
Teilen
In Allschwil wird wild plakatiert – nach diesen Gemeinderatswahlen ist Schluss damit.

In Allschwil wird wild plakatiert – nach diesen Gemeinderatswahlen ist Schluss damit.

Kenneth Nars

Sie strahlen einem wieder von überall entgegen: die Gesichter der Politiker, die sich im Februar zur Wahl stellen. Dabei hatte der Gemeinderat sich extra beeilt, das Plakatieren in Allschwil einzuschränken, bevor der Wahlkampf beginnt (bz berichtete). Doch der Einwohnerrat vertagte im November den Entscheid. Erst an seiner Sitzung am Mittwoch beschloss er nun, politische Werbung nur noch an offiziellen Anschlagstellen zuzulassen. Durch die Verzögerung kann das Reglement nicht mehr vor der Wahl am 28. Februar in Kraft treten. Die Kandidaten dürfen den Allschwilern deshalb noch ein letztes Mal aus jeder Ecke entgegenstrahlen.

Keiner der Parlamentarier hatte gegen das Verbot von wildem Plakatieren bei Abstimmungen und Wahlen etwas einzuwenden. Einzig um die Vereine sorgten sich die Einwohnerräte. Für diese gelten gemäss Reglement zwar andere Bestimmungen. Damit sie aber auf jeden Fall weiterhin möglichst frei auf ihre Angebote aufmerksam machen können, hielt das Parlament im Reglement fest, dass der Gemeinderat Ausnahmen bewilligen kann.

Die lange Diskussion über die beste Formulierung, um die Vereine von den strikten Bestimmungen auszunehmen, und deren ideale Platzierung im Reglement mutete fast etwas ironisch an. Denn kurz zuvor stellten zwei Experten der Hochschule Luzern die Befunde zur Gemeindeentwicklung aus dem Projekt «Zukunft Allschwil» vor. Darin geht es darum, Verwaltung und Politik in Allschwil zu optimieren. Einer der dort angesprochenen Punkte war, dass sich der Einwohnerrat zu oft mit Detailfragen befasse und ineffizient sei.

Vom Verwalter zum CEO

Im Zusammenhang mit «Zukunft Allschwil» soll unter anderem auch geprüft werden, ob der Gemeinderat von sieben auf fünf Mitglieder reduziert werden kann. Auch das Gemeindeführungsmodell steht zur Debatte. Die unklare Zuständigkeitsverteilung zwischen Gemeinderäten und Gemeindeverwalter ist den Experten ein Dorn im Auge. Geprüft werden soll ein CEO-Modell, wie es unter anderem Aesch und Riehen schon kennen. Dabei würde der Verwaltungsleiter wie ein Geschäftsführer arbeiten.

Die Befragung von Vertretern aus Politik und Verwaltung als Grundlage für die Gemeindeentwicklung habe auch ergeben, dass Allschwil ein Identitätsproblem habe. Ein weiterer Ansatzpunkt sei die zu wenig ausgeprägte Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden wie Binningen und Oberwil. Der Einwohnerrat wird sich voraussichtlich an seiner nächsten Sitzung Ende Februar über «Zukunft Allschwil» unterhalten. Danach liegt es am Gemeinderat, einen entsprechenden Umsetzungsplan zu erarbeiten.

Aktuelle Nachrichten