Hundeprüfung
Polizeihunde vollbringen Höchstleistungen im Beisein von Promis

Erstmals traten die Polizeihunde beider Basel gemeinsam zur Prüfung an – unter Beobachtung von viel Politprominenz. Siegerhund wurde ein Malinois. Diese Rasse wird immer häufiger anstelle des klassichen Schäferhundes von der Polizei eingesetzt.

Andreas Hirsbrunner
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Hundeprüfung
7 Bilder
Daniel Blumer, Polizeikommandant BL.
Franz Bloch, Ombudsmann BL.
Präsidentin des Kantonsgerichts Basel-Landschaft Franziska Preiswerk, li, und Dieter Eglin, Präsident Abteilung Zivil- und Strafrecht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft.
Res Thomet, Leiter Dietlisberg und Hausherr.
Urs Geier, Leitender Staatsanwalt Hauptabteilung Waldenburg (li) und Stephan Mathis, Generalsekretär Sicherheitsdirektion BL (re).
Erich Straumann, ehemaliger Regierungsrat BL.

Hundeprüfung

Kenneth Nars

Der gut gepolsterte «Kriminelle» versucht zu flüchten, Polizist Reto Bergamin lässt seinen Deutschen Schäferhund von der Leine, dieser saust trotz seiner acht Jahre wie ein Blitz hinter dem Flüchtenden her, lässt sich von dessen Abwehrversuchen mit einem Schutzschild nicht im geringsten beeindrucken, bekommt ihn am Arm zu fassen, packt kräftig zu und lässt erst auf das Kommando seines herbeigeeilten Meisters los. «Flick vom Gempenblick überzeugt, ist von grosser Unerschrockenheit und gefällt im Schutzdienst», sagt der Richter zur Vorstellung von Bergamins Hund und vergibt ein «vorzüglich» in der Paradedisziplin für Polizeihunde.

Ein Malinois gewinnt

Die Baselbieter Polizei hat offensichtlich die besseren Hunde als ihre Kollegen aus der Stadt. So belegten an der erstmals von beiden Basel durchgeführten Polizeihundeprüfung die vier Land-Teams die ersten vier Plätze. Sieger wurde Peter Aebi mit dem Malinois «Sherlock vom Hause Diethelm» (276 Punkte) vor Reto Bergamin mit dem Deutschem Schäferhund «Flick vom Gempenblick» (269), und Stefan Zeltner mit dem X-Mechelaar «Neo». (HI)

Das Duo Bergamin-Flick, das im Alltag Dienst auf dem Polizeiposten Waldenburg tut, gefiel bei der gestrigen, erstmals zusammen mit dem Kanton Basel-Stadt durchgeführten Polizeihundeprüfung auf dem Dietisberg auch in den andern Disziplinen sehr gut und belegte im Schlussklassement den zweiten Platz (s. Kasten). Bergamin (48) und sein Flick sind ein Team wie aus dem Bilderbuch: ein freundlicher, aufgestellter Polizist mit einem treuen Deutschen Schäferhund, der scharf ist im Dienst und gutmütig zu Hause in der Familie.

Deutscher Schäfer wird verdrängt

Doch von diesem Klassiker muss man langsam Abschied nehmen. Denn der Deutsche Schäferhund ist im Polizeidienst ein Auslaufmodell und wird zusehends verdrängt vom quirligen Malinois, einer aus Belgien stammenden Schäferhunderasse. Bergamin sagt mit seiner 25-jährigen Diensthunde-Erfahrung: «Der Deutsche Schäfer ist der beste Allrounder, aber er hat aus gesundheitlichen Gründen, das heisst vor allem Rückenproblemen, viele Ausfälle.» Und das fällt bei einem Polizeihund, der erst nach dreijähriger Ausbildung voll einsatzfähig ist, ins Gewicht. Auch Bergamin hat die Konsequenzen gezogen: Sein Junghund, den er für den alternden und letztmals an der Polizeihundeprüfung teilgenommenen Flick nachzieht, ist eine Mischung aus Malinois, Deutschem und Holländischem Schäferhund namens X-Mechelaar. Und Bergamin fügt an: «Ohne Hund auf dem Posten würde ich mich irgendwie blutt fühlen.»

«Hunde sind nicht wegzudenken»

Einen weitern Wandel im Polizeihundewesen tönte auf dem Dietisberg der Basler Polizeikommandant Gerhard Lips an. Im Neubau Bässlergut werde es auch eine Hundebetreuungsstation geben, weil nicht mehr alle polizeilichen Hundeführer in ihrem Privatleben einen Hund halten wollten. Doch auch Lips betont: «Hunde sind nicht aus dem Polizeidienst wegzudenken.»

Lips war im Übrigen der einzige prominente Basler, der auf dem Dietisberg unter den mehreren hundert Zuschauern ausgemacht werden konnte. Was zeigt: Die Polizeihundeprüfung hat ihren Charakter nicht verloren. Spötter reden vom «Baselbieter Behördenbanntag», der auch gestern mit Prominenz gepfeffert war: aktuelle und alt Regierungsräte, Richter, eidgenössische und kantonale Parlamentarier und Chefbeamte. Nur einer fehlte: Sicherheitsdirektor Isaac Reber. Er duellierte sich stattdessen im fernen Flüeli-Ranft mit dem erfahrenen Aargauer Kollegen Urs Hofmann um einen Sitz im Vorstand der Schweizerischen Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz - und verlor. Vielleicht wäre es für Reber mit «Flick vom Gempenblick» an der Seite anders herausgekommen.