Oberdorf
Polizist verteilt zu viele Bussen und wird entlassen

Kaum zu glauben: Weil ein Dorfpolizist zu viele Bussen verteilte, wurde er von seinem Amt freigestellt. 15 Bussen innerhalb eines Jahres waren dem Gemeindepräsidenten von Oberdorf zu viel und er entliess den «fleissigen» Polizisten.

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Die Gemeinde Oberdorf im Waldenburgertal.

Die Gemeinde Oberdorf im Waldenburgertal.

Kenneth Nars

Gerald Krauth ist 46 und Sicherheitsagent von Beruf. Bis vor kurzem war er ausserdem Gemeindepolizist in Oberdorf im Bezirk Waldenburg. Doch den Zehn-Prozent-Job konnte er nicht lange behalten. Im Oktober 2010 trat er die Stelle an, als er von Basel nach Oberdorf zog. In den nächsten Tagen muss er seine Uniform wieder abgeben, wie der «Blick» berichtete.

Doch der Dorfpolizist vernachlässigte nicht etwa seine Arbeit. Ganz im Gegenteil: Er war für den Oberdorfer Gemeindepräsidenten, Ewald Fartek, gar zu pflichtbewusst.

Der Polizist verteilte innerhalb eines Jahres 15 Bussen. «Die meisten wegen ordnungswidrigen Parkens», wie er gegenüber «Blick» bestätigt. Es habe viele Kinder im Dorf und deshalb sei es an manchen Stellen zu gefährlich, wenn das Trottoir verstellt sei.

Übereifrig und unverhältnismässig

Für den Gemeindepräsidenten hat es der Polizist aber übertrieben. Mit einer einfachen Begründung rechtfertigt Fartek sein Handeln gegenüber der «Basler Zeitung»: Es soll wieder Ruhe im Dorf einkehren. Krauths Einsatz sei übereifrig und unverhältnismässig gewesen.

Die beiden Akteure trennen sich aber nicht im Streit. «Die Freistellung geschah im gegenseitigen Einvernehmen», betont der ehemalige Gemeindepolizist gegenüber dem «Blick». Er bleibe auch weiterhin dem Dörfchen Oberdorf treu. Wenn auch nicht als pflichtbewusster Ordnungshüter, sondern als einfacher Bürger. (zam)