Strafgericht
Polizisten betrieben in Böckten eine Indoor-Hanfplantage

Zwei Polizisten und ein Dritter müssen am Montag wegen ihrer Indoor-Hanfplantage vor Gericht. Vom Herbst 2013 bis im Februar dieses Jahres stellten sie 27 Kilo Marihuana her, von dem sie 15 Kilo verkauften. Auf sie warten bedingte Freiheitsstrafen.

Patrick Rudin
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In seinem Haus in Böckten baute das Ehepaar im grossen Stil Hanf an. (Symbolbild)

In seinem Haus in Böckten baute das Ehepaar im grossen Stil Hanf an. (Symbolbild)

Keystone

Das Staunen war gross: Im vergangenen Februar wurde eine heute 44-jährige Basler Polizistin festgenommen, ebenso ihr Ehemann, ein gleichaltriger Baselbieter Polizei-Wachtmeister. In ihrem Haus in Böckten bauten sie kiloweise Cannabis an. Ebenfalls seine Finger im Spiel hatte ein 46-jähriger in der Region wohnhafter Niederländer. Er sitzt noch immer in Haft, die Polizistin kam nach acht Wochen frei, ihr Mann eine Woche später.

Am Montag nun soll das Strafgericht in Muttenz einen Schlussstrich unter die Geschichte ziehen: Die Angeklagten haben mit der Staatsanwaltschaft einen «Deal» gemacht, die Zucht und den Verkauf zugegeben und sich auf bedingte Freiheitsstrafen geeinigt: für den Polizisten 22 Monate, seine Frau 16 Monate und den Niederländer 20 Monate.

Wie bei Drogendelikten üblich, orientiert sich das Strafmass auch an der Menge des hergestellten und abgesetzten Stoffes: Die Staatsanwaltschaft geht von rund 300 Cannabispflanzen aus, womit in sechs Ernten rund 27 Kilogramm Marihuana hergestellt und 15 Kilo verkauft worden sind. Die Dauer war eher kurz, das Trio hatte erst im Herbst 2013 mit der Indoor-Aufzucht begonnen, im Februar 2015 wurden sie von einem Kunden verpfiffen. Juristisch gilt es als banden- und gewerbsmässiger Drogenhandel.

Der Niederländer soll die ganze Sache angeleiert, den Vertrieb organisiert und auch das Know-how eingebracht haben. Die Abmachung war, dass er 20 Prozent der Einnahmen erhält. Eine kleinere Hanfplantage wurde auch in Birsfelden im Haus der Lebenspartnerin des Niederländers betrieben.

Polizisten sind ihre Jobs los

Insgesamt gehen die Behörden davon aus, dass mit den Drogen rund 70 000 Franken Gewinn erwirtschaftet worden ist, dieser wird üblicherweise eingezogen. Etwa die Hälfte davon konnte die Staatsanwaltschaft bereits beschlagnahmen, den Rest müssen die drei wie auch die Verfahrenskosten von 12 000 Franken pro Person noch abstottern. Das abgekürzte Verfahren erspart den Angeklagten vor allem eine ausführliche Hauptverhandlung mit vielen peinlichen Fragen, auch die Kosten sind tiefer. Normalerweise genehmigen die Richter die jeweiligen Deals, doch wenn sie beispielsweise den Eindruck haben, das Strafmass sei deutlich zu tief, können sie die Sache auch zurückweisen. Zumindest die beiden Polizisten sind bereits deutlich bestraft worden: Ihre Jobs sind sie definitiv los.