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Dornach bleibt in grüner Hand: Daniel Urech wird Gemeindepräsident

Der Grüne setzt sich im Rennen um das Gemeindepräsidium klar durch. Dem Freisinn gelingt mit Annabelle Lutgen kein Comeback.

Dimitri Hofer
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Die Freude ist bei Daniel Urech gross: Der 37-Jährige wird in der nächsten Legislatur Dornach als Gemeindepräsident vorstehen.

Die Freude ist bei Daniel Urech gross: Der 37-Jährige wird in der nächsten Legislatur Dornach als Gemeindepräsident vorstehen.

Juri Junkov

Beim Fototermin nach der Verkündigung des Resultats strahlt Daniel Urech wie ein Maikäfer. Die Dornacher Wahlberechtigten wählten den 37-Jährigen zum neuen Präsidenten der einwohnerstärksten Ortschaft des Schwarzbubenlands. Der Kandidat der Freien Wähler/Grünen konnte sich gegen die Freisinnige Annabelle Lutgen durchsetzen. Urech erreichte 1261 Stimmen, während Lutgen auf 1049 Stimmen kam.

Die Wahl von Daniel Urech zeigt, welchen Kurs die Dornacher von ihrem Vorsteher wünschen. Im Vorfeld war häufig von einer Richtungswahl die Rede gewesen. Urech gehört wie der abtretende Gemeindepräsident Christian Schlatter den links-grünen Freien Wählern an. Diesen war es mit Schlatter erstmals gelungen, das Präsidium zu erobern. Zuvor war dieses während Jahrzehnten in der Hand des Freisinns gewesen.

Urech möchte die Finanzen in den Griff kriegen

Zurück zu einem Freisinnigen an der Spitze möchten die Wahlberechtigten der 6900-Einwohner-Gemeinde nicht.

«Meine Wahl sehe ich als Bestätigung, in Dornach weiterhin grüne Anliegen voranzutreiben. Mein Fokus wird auf ökologische Themen gerichtet sein»,

sagt Daniel Urech. «Ich möchte aber betonen, dass ich ein Gemeindepräsident für alle Dornacherinnen und Dornacher sein werde.» Zu allererst sei es wichtig, die Vakanzen in der Verwaltung zu besetzen. Längerfristig hat sich Urech zum Ziel gesetzt, die Dornacher Finanzen in den Griff zu kriegen. Zum zweiten Mal in Folge resultierte in der Rechnung in Minus in Millionenhöhe.

Den gestrigen Nachmittag verbrachte Daniel Urech auf der Terrasse des Restaurants Dornacherhof. «Immer wieder gratulierten mir Einwohnerinnen und Einwohner. Das war sehr schön.» Die Freude über die Wahl sei riesig. Gleichzeitig fühle er Demut und Respekt vor den kommenden Aufgaben.

Lutgen wünscht sich Ressort, in dem sie sich für ihre Anliegen einsetzen kann

Nicht weit vom Dornacherhof entfernt, sass Annabelle Lutgen mit ihren Parteikollegen und Unterstützern am Sonntag im Garten des Klosters Dornach. «Es herrschte eine positive Stimmung», erzählt sie. Viele Unterstützer hätten sie trotz Niederlage zum guten Resultat beglückwünscht.

Die Freisinnige kann jedoch nicht verhehlen, enttäuscht zu sein.

«Ich hätte mich in erster Linie für einen Ausbau der Schulinfrastruktur und für das Gewerbe in Dornach eingesetzt.»

Sie hoffe jedoch, im Gemeinderat ein Ressort zu erhalten, in dem sie sich für diese Anliegen einsetzen kann.

Am 1. August beginnt im Dornacher Gemeinderat die neue Legislatur. Sowohl Urech als auch Lutgen heben hervor, im Gemeinderat auch in der nächsten Amtsperiode erfolgreich zusammenarbeiten zu wollen.