Pratteln
Pratteln im Höhenrausch – vier neue Hochhäuser in sieben Jahren

Facelifting für Pratteln: Bis 2019 sollen vier neue Hochhäuser in die Höhe gewachsen sein. Auch die Gemeinde baut kräftig – sie sieht in den kommenden Jahren Investitionen in der Höhe von fast 90 Millionen Franken vor.

Benjamin Wieland
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Aquila In Pratteln sind bis 2019 vier neue Hochhäuser geplant Das 66-Meter-Hochhaus Aquila am Bahnhofsplatz soll zur neuen Visitenkarte Prattelns werden.
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Ceres-Tower Mit 82 Metern wäre der Ceres-Tower das höchste Hochhaus Prattelns und des Kantons Baselland. Es steht rund 500 Meter nordöstlich des Bahnhofs.
Hochhäuser in Pratteln
Neue Verwaltung Geht es nach den Plänen des Gemeinderats, wo wird die Verwaltung im Stockwerkeigentum in dieses 35 Meter hohe Gebäude an der Bahnhofsstrasse einziehen.
Plan Die vier neuen Hochhäuser liegen in einem Umkreis von weniger als einem halben Kilometer. Dereinst könnten sie auch ans Tramnetz angeschlossen sein, wenn der 14er in Richtung Salina Raurica verlängert wird (nördlich der Autobahn A2/A3, nicht mehr auf dem Plan).

Aquila In Pratteln sind bis 2019 vier neue Hochhäuser geplant Das 66-Meter-Hochhaus Aquila am Bahnhofsplatz soll zur neuen Visitenkarte Prattelns werden.

Christ & Gantenbein AG, Basel

Am Montagabend lud der Prattler Gemeinderat die Bevölkerung zu einer Informationsveranstaltung. "Pratteln im Wandel" hiess der Anlass, für dessen Durchführung der Gemeinderat das Kultur- und Sportzentrum (Kuspo) ausgewählt hatte.

Und der Ort besitzt Symbolcharakter, wie der Prattler Vize-Präsident Max Hippenmeyer (FDP) den rund 150 Besuchern erklärte: "Das Kuspo ist das letzte nennenswerte Bauprojekt der Gemeinde, vor 25 Jahren wurde es erstellt. Nach dieser langen Pause folgt nun der nächste Schub."

Der nächste Schub, das sind insgesamt 15 Neu- oder Umbauprojekte in den Bereichen Hoch- und Tiefbau, die bis 2019 realisiert sein sollen, darunter neue Schulhäuser und Kindergärten, das neue Feuerwehrmagazin (bereits im Bau), Sanierungen bei Sportanlage und Schwimmbad In den Sandgruben, drei Umgestaltungen von Plätzen und Strassen sowie zwei neue Kreisel.

Hinzu kommen die Verlängerung des 14er-Trams nach Salina Raurica und die Verlegung der Rheinstrasse, die jedoch unter Federführung des Kantons geplant werden.

Gemeinde investiert fast 90 Millionen

Die Gemeinde will auch selber investieren, und zwar rund 87 Millionen Franken bis 2019. Den Betrag könne sich Pratteln „problemlos leisten", wie Hippenmeyer bekräftigte: „Unsere Finanzen sind kerngesund, wir sind praktisch schuldenfrei."

Die Investitionen seien wichtig für das Image der Agglomerations-Gemeinde, so der Prattler Finanzchef weiter: „Damit wird Pratteln als attraktive, dynamische Gemeinde wahrgenommen." Daneben rechnet der Gemeinderat nach der Fertigstellung der Projekte mit tausenden von neuen Arbeitsplätzen und rund 2000 neuen Bewohnern.

Vier neue Hochhäuser

Am stärksten ins Ortsbild eingreifen werden aber nicht die Projekte der öffentlichen Hand, sondern die vier von privaten Investoren geplanten Hochhäuser, die sich allesamt rund um den Bahnhof gruppieren: Das Aquila am Bahnhofsplatz (66 Meter), der Helvetia-Tower (75 Meter) östlich davon, der Ceres-Tower auf der nördlichen Seite der Geleise (82 Meter) und die neue Gemeindeverwaltung an der Bahnhofsstrasse (zirka 35 Meter).

Beschwerde ist hängig

Ausser bei der Gemeindeverwaltung liegen bei allen Hochhäusern die Baubewilligung entweder vor oder werden in Kürze erteilt. Beim Projekt mit der Gemeindeverwaltung ist jedoch nicht mit der Grundsteinlegung vor 2015 zu rechnen. Nach den Plänen des Gemeinderats soll auf den untersten drei Etagen die Verwaltung unterkommen, er will dafür das Stockwerkeigentum erwerben.

Über einen Planungskredit in der Höhe von 300 000 Franken stimmt die Prattler Bevölkerung am 9. Juni ab. Gegen den Urnengang ist beim Regierungsrat eine Stimmrechtsbeschwerde hängig.

Ob das Hochhaus gebaut wird, hängt jedoch nicht vom Volksentscheid am 9. Juni ab, sondern von einem aktualisierten Quartierplan aus dem Jahr 1974. Diesen muss der Einwohnerrat noch genehmigen.