Pratteln
Trotz Nein zum Tram: Gemeinde baut Strasse durch Salina Raurica aus

Der Prattler Einwohnerrat hat den Ausbau der Netzibodenstrasse beschlossen. Er wird nötig, weil die Kantonsstrasse verlegt wird – mit oder ohne Salina Raurica.

Michel Ecklin
Drucken
Teilen
Die Netzibodenstrasse in Pratteln führt zum Gewerbe in der Rheinebene.

Die Netzibodenstrasse in Pratteln führt zum Gewerbe in der Rheinebene.

Nicole Nars-Zimmer

Nach dem Volksnein zur Tramverlängerung nach Salina Raurica ist sich die Politik einig: Vorerst gilt für das Entwicklungsgebiet zwischen Pratteln und Augst ein freiwilliger Planungsstopp. Nur ist ein Projekt, das als Teil von Salina Raurica vorgesehen war, bereits in der Umsetzung, nämlich die Verlegung der Rheinstrasse an die Autobahn. Vorgesehen ist, dass nach der Fertigstellung die alte Strasse zurückgebaut wird, sodass man mit Motorfahrzeugen nicht mehr durchgängig dem Rhein entlang fahren kann.

Und das hat Konsequenzen auf weite Teile der Rheinebene. Denn die bereits existierenden Nutzungen werden nicht mehr über die alte Rheinstrasse erschlossen werden können. Deshalb wird die Gemeinde die Netzibodenstrasse ausbauen, derzeit zu grossen Teilen ein Feldweg, der längs durch die ganze Ebene führt. «Wir brauchen die Strasse, damit das Gewerbe weiter funktionieren kann», sagte Gemeinderat Urs Hess (SVP) am Montag vor dem Einwohnerrat. Zudem gehe es darum, die Längi besser zu erschliessen. Die Strasse soll nicht durchgängig für den motorisierten Individualverkehr befahrbar sein.

Ohne Tram gibts die Lightversion

Das Ortsparlament sah die Notwendigkeit für den Strassenbau. Einstimmig genehmigte es dafür 2,6 Millionen Franken, allerdings wie vom Gemeinderat vorgeschlagen nur in einer Lightversion. Denn auf der Netzibodenstrasse hätte auch das Tram verkehren sollen, das fällt jetzt weg. Stattdessen soll dort aber in Zukunft ein Bus fahren, zudem soll die Strasse zur ökologischen Vernetzung des Areals dienen.

«Der Ausbau hat nichts, aber auch rein gar nichts mit Salina Raurica zu tun»,

betonte Hess – wohl im Wissen, dass die Tram- und Salina-Raurica-Gegner sich negativ zu einem Ausbau der Netzibodenstrasse geäussert hatten.

Der Einwohnerrat genehmigte zudem das Ausarbeiten eines räumlichen Entwicklungskonzepts. Das Ziel lautet dabei laut Gemeinderat: «Die unterschiedliche und teils widersprüchliche Ansprüche an die Raumentwicklung auf verschiedenen Ebenen miteinander koordinieren.» (mec)

Aktuelle Nachrichten