Salina Raurica
Pratteln will Vorschuss für die 14er-Verlängerung

Im Prattler Einwohnerrat wurden am Montag sämtliche Beschlüsse der neuen Zonenplanung praktisch einstimmig verabschiedet. Trotzdem gibt es noch viele skeptische Stimmen.

Patrick Rudin
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Teile des Entwicklungsareals Salina Raurica (hier mit dem Coop-Neubau links) sollen durch eine Verlängerung der 14er-Tramlinie mit dem öV erschlossen werden.

Teile des Entwicklungsareals Salina Raurica (hier mit dem Coop-Neubau links) sollen durch eine Verlängerung der 14er-Tramlinie mit dem öV erschlossen werden.

Kenneth Nars

Es ging erstaunlich schnell: Noch im Februar beschloss der Prattler Einwohnerrat, dass die Bau- und Planungskommission die Vorlage zu Salina Raurica genauer unter die Lupe nehmen soll. Drei Sitzungen später lag Ende März bereits der Bericht vor, und am Montag wollte das Parlament keine weitere Zeit verlieren.

Formell gesehen hat der Einwohnerrat am Montag die Zonenvorschriften und den Strassennetzplan in erster Lesung genehmigt, der definitive Beschluss fällt erst an der nächsten Sitzung im Mai. Doch die Signale stehen auf grün: Sämtliche Beschlüsse der Vorlagen wurden praktisch einstimmig verabschiedet.

Lobbying ist entscheidend

Inhaltlich gibt es allerdings noch viele Bedenken, ob die Salina-Raurica-Planung wirklich erfolgreich sein wird. «Es ging fast unerträglich lang. Der Ausbau des 14er-Trams bis Augst darf nun keinesfalls verzögert werden», forderte Gert Ruder als Präsident der Bau- und Planungskommission. Er forderte insbesondere Regierungsrätin Sabine Pegoraro auf, sich nicht hinter den Kantonsfinanzen zu verstecken.

«Ich habe meine Zweifel, ob das Tram je kommen wird. Man hofft auf Bundesgelder, aber man weiss, dass man da weit hinten auf der Liste steht», meinte auch Einwohnerrat Benedikt Schmidt von den Unabhängigen/Grünen. «Wenn das Tram nicht kommt, können wir gar keine verkehrsproduzierenden Bauten dort unten erlauben», warnte nicht zuletzt sein Parteikollege Christoph Zwahlen.

Einwohnerrat Andreas Seiler (FDP-Mitte) hingegen gab sich optimistischer. «Trotz klammer Kantonsfinanzen sind beträchtliche Investitionen in den nächsten zehn Jahren vorgesehen. Hier ist das Lobbying von Pratteln entscheidend», sagte er. Gemeindepräsident Beat Stingelin versicherte, er habe sich dafür eingesetzt, dass schon bald die Schienen eingesetzt würden. «Auch die Umfahrung Augst muss gebaut werden, ebenso wie der Rückbau der Rheinstrasse», sagte Stingelin.

Hecken widerrechtlich gerodet?

SVP-Einwohnerrat Urs Hess freute sich gar, dass sich nun auch die Ratslinke für die Umfahrung Augst einsetze, im Landrat sei das nicht so gewesen. «Besser späte Einsicht als keine», so Hess. Der Beschlussentwurf ist klar: Pratteln soll sich für eine Vorfinanzierung von Projektierung und Bau der Tramverlängerung durch den Kanton einsetzen, wie es am Dienstag die Basler Regierung mit dem Herzstück getan hat.

Bei Salina Raurica sind auch ökologische Vernetzungsachsen ein grosses Thema. Offenbar wurden aber just um die Kläranlage mehrere Hecken gerodet. Noch ist unklar, ob dies illegal geschah. Gegen den Willen der SVP überwies der Rat am Montag deshalb ein entsprechendes Postulat zum Heckenschutz. Beat Stingelin versprach, man werde mit allen Landeigentümern über das Thema sprechen.

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