Pratteln
Prattler Larifari heizt vielfältig für den Februar ein

Mit zwei Aufführungen am Wochenende ging in Pratteln das Larifari der Saggladärne in seiner 27. Ausgabe über die Bühne und überzeugte durch Vielfalt und Überraschungseffekte, die über eine gewöhnliche Vorfasnachtsveranstaltung hinausgehen.

Martin Merk
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Die Bluesbuebe zogen das Publikum mit ihren zur Musik passenden Schattenspielen in den Bann
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Griechischer Wein mit den CB Schnooger
SVP-Einwohnerrat Christoph Pfirtner hielt sich mit seiner markanten Solaranlage wie ein roter Faden durch die Veranstaltung, hier beim Schnitzelbänggler Mässmogge
Amère vom Fägnäschtli und der Saggladärne
Die Gaudi Clique hatte im Bundesamt für Energie heikle Lösungen zu finden wegen der Anlage «Pfiti 1» vom SVP-Einwohnerrat Christoph Pfirtner
Die Wanderfreunde der Saggladärne führten im roten Wagen durch die Veranstaltung
Als «Mapicco Gangstas feat. MG Donutz» boten junge Fasnächtler verschiedener Gruppen ihre Hymne «Eusi Fasnacht» in einem Mélange aus Fasnacht und Hip Hop dar.
Larifari Pratteln

Die Bluesbuebe zogen das Publikum mit ihren zur Musik passenden Schattenspielen in den Bann

Martin Merk

Durch die Veranstaltung führte dr roti Wage. Vier Wandersleute fuhren mit dem neuen Ortsbus durch Pratteln vom Bahnhof über den sprichwörtlichen Flüsterbelag bis zur solarbetriebenen Scheune von Christoph Pfirter.

Niemand von der lokalen Prominenz wurde derart oft auf die Schippe genommen wie der SVP-Einwohnerrat. Sein visuell niedergeschriebenes Motto «mir liefere nid lafere» ging wie ein roter Faden durch die verschiedenen Einlagen. Gar einen ganzen Sketch widmete ihm die Gaudi Clique in ihrem Bundesamt für Energie, das mit der Überproduktion des Werks «Pfiti 1» zu kämpfen hatte und mit kecken Bauernregeln der Publikation «Power vom Bauer» auftrumpfte.

Für weitere Sprüche sorgten die beiden Bängglerinnen Rätschbase, der Mässmogge und der zum ersten Mal mit seinem Sohn auftretende Stäge-Dichter. Das Premieren-Duo machte den einen oder anderen Blackout mit kecken Sprüchen («Ist er jetzt heller? Nein, so viel Strom gibt es gar nicht.») und sängerischen Einlagen vom Schacher Seppeli bis zu neueren Melodien wett.

Für den Jö-Effekt sorgten die Binggis vom Fägnäschtli und der Saggladärne. Hier gaben die Kleinsten und ihre Leiter Einblicke in die Übungsstunden der Pfeiffer und Tambouren, bevor Amère samt französischer Trikolore und Pariserbrot als Dirigentenstab vorgeführt wurde.

Nachtfalter Schränzer als Thomas Gottschalk

Auch musikalisch wurde einiges geboten. Zwei Guggenmusiker liessen nochmals ihre Kostüme von der letztjährigen Fasnacht aufleben. Die Nachtfalter Schränzer - ebenso herausragend wie ungewöhnlich ihre Interpretation von Mani Matters «Dr Sidi Abdel Assar vo El Hama» - kamen als Thomas Gottschalk daher, während die CB Schnooger im griechischen Kostüm mit griechischem Wein loslegten. Die Andere boten mit Pfeiffen ein Repertoire an Songs von Abba feil.

An visuellen Effekten mangelte es dieses Jahr ganz und gar nicht. Die Bluesbuebe sorgten unter dem Titel «e Schatte vo sich selber» mit Licht- und vor allem Schattenspielen für grosses Kino zu ihren Songs und versetzten das Publikum in Erstaunen.

Dunkel wurde es auch für die mystische Einlage der Saggladärne, welche mit weissen Masken im Neonlicht und Sängerin «I Follow Rivers» - oder in ihrer Version «Dr Bach ab» - darboten.

Musikalischer Überraschungseffekt

Einen musikalischen Überraschungseffekt gab es zum Schluss von einer Gruppe junger, lokaler Fasnächtler, die als «Mapicco Gangstas feat. MG Donutz» in Fasnachtssocken mit amerikanischer Sportkleidung auf der Bühne erschien. Ein Mélange aus Hip Hop und Fasnacht? Diese ungewöhnliche Version kann klappen, wie der Rapper mit den Tänzerinnen im Vordergrund und den Sängerinnen im Hintergrund bewiesen und auch ältere Semester von den Stühlen zu reissen vermochten.

In den langen Reimen der anderen Art kamen alle Cliquen der Prattler Fasnachtszene vor. Der Refrain nach der Melodie von «Tage wie diese» der Toten Hosen wurde in «Sone Fasnacht wie eusi findisch niene uf dr Wält» umgeschrieben. Passend zur Stimmung im Saal auch das Ende des Kehrreims: «S Fasnachtsfieber isch gross.»