Fussball
Presseschau: «Diese Pfeife kostet den FCB 8 Millionen»

Die Schweizer Zeitungen thematisierten nach dem 0:2 des FC Basel bei Schalke 04 und dem damit verbundenen Ausscheiden aus der Champions League nicht zuletzt die Rolle des italienischen Schiedsrichters Paolo Tagliavento.

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So titelt die Online-Ausgabe des «Blick».

So titelt die Online-Ausgabe des «Blick».

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Der «Blick» ging mit dem Schiedsrichter hart ins Gericht. «Diese Pfeife kostet den FCB 8 Millionen», titelte das Blatt Bezug nehmend auf die Mehreinnahmen, die dem Schweizer Meister eine Achtelfinal-Qualifikation gebracht hätte. «Tomaten gehören auf die Pizza, nicht auf die Augen!», meinte der Kommentator. Allerdings weist «Blick» auch darauf hin, dass sich Basel an der eigenen Nase nehmen muss. «Wer Chelsea zwei Mal schlägt, darf sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen.»

Auch der Reporter des «Tages Anzeigers» kam auf die Schiedsrichter zu sprechen. «Unter den mittlerweile fünf Schiedsrichtern, welche die UEFA jeweils für ein Champions-League-Spiel herbeifliegt, fand sich keiner, der das Offside sah.... Es war in einem einseitigen Spiel die Vorentscheidung, und dass Schalke gewann, war das völlig verdiente Verdikt.» Die «Neue Zürcher Zeitung» schrieb von «Zu viel Gegengewicht». «Sie (die Basler - Red.) leiden, bringen selber wenig zustande, haben zu viel gegen sich.»

«20 Minuten» zollte dem FCB Respekt: «In einer Gruppe mit den Topklubs Chelsea und Schalke bis zur letzten Runde auf Augenhöhe zu spielen, zweimal den englischen Topverein gar bezwungen und acht Punkte auf dem Konto zu haben, ist positiv.»

Auch der Kommentator der «Basler Zeitung» schlug versöhnliche Töne an: «Auch wenn es am Ende nicht zum grossen Triumph gereicht hat: Die fünfte Basler Teilnahme an der Champions League wird als gute Kampagne in Erinnerung bleiben.» Unter dem Titel «Spiegelbild des Halbjahres» meinte der Autor weiter: «Gleichzeitig war diese Kampagne auch ein Spiegelbild des paradoxen Basler Halbjahres, indem der Erfolg irgendwie da ist und man trotzdem nicht so richtig glücklich wird.» Das Problem sei derzeit, dass sich der FCB mit Gegnern, die sich auf die Defensive fokussieren, äusserst schwer tue. «Rotblau muss Lösungen finden, um die gegnerischen Riegel zu knacken..., damit er nicht in Gefahr gerät, den Meistertitel zu verpassen. Das steht nun im Vordergrund - damit man 2014 in der Champions League den nächsten Anlauf nehmen kann.»