Liestal
Puffbetreiber: «Unser Geschäft ist ziemlich krisensicher»

Der Österreicher Andreas Lemmerer hat gestern in Liestal bereits den siebten Erotik-Club in der Schweiz eröffnet. Die Wahl sei auf Liestal gefallen, weil in der Stadt die Mietpreise zu hoch seien, sagt Lemmerer.

Fabian Muster
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Erotik-Club

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Keystone

Das kleine Büro von Andreas Lemmerer ist gleich links neben dem Eingang des Erotik-Clubs «History». Der Österreicher hat gestern in Liestal bereits den siebten Club in der Schweiz eröffnet. Seit Februar wurde das ehemalige Fitnessstudio innen total ausgehöhlt und neu gestaltet. Die Kosten dafür will er nicht verraten. Beim Gespräch mit dem Journalisten raucht er und wirft immer wieder einen Blick auf die rund ein Dutzend Monitore der Überwachungskameras vor ihm.

Herr Lemmerer, wieso eröffnen Sie Ihren neuen Club ausgerechnet in Liestal?
Andreas Lemmerer: Wir hatten in unseren Clubs im Raum Zürich viele Gäste aus Basel. Die haben mich immer wieder gefragt, wieso ich nicht auch im Raum Basel was aufziehen könnte. Jahrelang habe ich nun einen geeigneten Standort gesucht. In Liestal wurde ich fündig. In der Stadt Basel ist es schwieriger: Die Mietpreise sind zu hoch und man muss mit mehr Einsprachen rechnen.

Ihren Club preisen Sie als den "ersten Erotic-Lifestyle-Club der Schweiz" an. Was macht ihn zum Pionier?
Lemmerer: Sauna-Clubs sind heutzutage Teil des Lebensstils. Zusätzlich bieten wir einen Wellness-Bereich an und die Zimmer sind eingerichtet nach verschiedenen historischen Persönlichkeiten. Bei uns finden die Gäste keine anrüchige Atmosphäre wie in einem Puff irgendwo in einem Hinterhof.

Der Sicherheitsdienst überwachte den Club schon während der Bauphase. Warum?
Lemmerer: Bei einem meiner Clubs hatte ich kürzlich einen Säure- und Brandanschlag. Es wäre fahrlässig von mir, diesen Club hier nicht zu überwachen. Dies gehört heute einfach zum Standard von Erotik-Lokalen. Wir hatten aber glücklicherweise keine Vorkommnisse.

Wie haben sie die Wirtschaftskrise gespürt?
Lemmerer: Unser Geschäft ist ziemlich krisensicher. Uns hat die Rezession kaum gestreift.

Haben Sie gestern mit Protesten bei der Eröffnung gerechnet?
Lemmerer: Nein, mit den Nachbarn versuchen wir ein einvernehmliches Verhältnis zu haben. Und die Zeiten von Feministinnen, die sich über solche Clubs empören, sind längstens vorbei.