Allschwil
Quadratur des Kreisels gelingt nicht

Der neue Grabenring-Kreisel ist fertig – aber die Velosicherheit bleibt ein Problem. «Der Kreisel ist kein sicherer Übergang», sagt Dominik Lehner von Pro Velo Basel.

Michael Nittnaus
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Quadratur des Kreisels gelingt nicht

Quadratur des Kreisels gelingt nicht

Ein Velofahrer nähert sich in Allschwil von der Ziegelei her kommend dem neuen Kreisel. Auf der Baslerstrasse wählt er die innere Spur, um nach einer Dreiviertelrunde in die Gartenstrasse abbiegen zu können. Er gibt Handzeichen, doch ein Auto ignoriert dies und versperrt ihm auf der äusseren Spur den Weg. Der Velofahrer bleibt mitten auf dem Kreisel stehen, bis er in die Gartenstrasse abbiegen kann.

«Genau deshalb sind wir generell gegen doppelspurige Kreisel», sagt Dominik Lehner und bestätigt die Beobachtung. Dem Präsidenten von Pro Velo beider Basel ist die Verkehrsführung an der ehemaligen Kreuzung Baslerstrasse/Grabenring auch nach der aufwändigen Umwandlung in einen Kreisel ein Dorn im Auge.

«Bestmögliche Lösung»

«Wir haben die bestmögliche Lösung im Sinne aller Verkehrsteilnehmer erreicht – ob Auto, Velo, Fussgänger oder Tram», versichert dagegen Ralf Wassmer, Projektleiter des Baselbieter Tiefbauamtes. Seit kurzem sind alle verkehrstechnisch wesentlichen Arbeiten am 6,5-Millionen-Franken-Projekt abgeschlossen. «Der Kreisel ist im Endzustand», hält Wassmer fest. Was bleibt, sind letzte Arbeiten an der Bushaltestelle am Grabenring – und die Markierung des kombinierten Rad- und Fussweges auf der Parkseite der Baslerstrasse.

Genau diesen Weg sollen künftig nämlich all jene Velofahrer nehmen, die in die Gartenstrasse wollen, sich den Kreisel aber nicht zutrauen. Der Kanton dachte bei der Planung dabei vor allem an Schüler. «Beim Fussgängerstreifen abzusteigen und das Velo über die Baslerstrasse zu stossen, ist die sicherste Lösung», sagt Wassmer. «Das ist kein sicherer Übergang», hält Lehner von Pro Velo dagegen. Der Verein war kurz vor Baubeginn im Frühling mit einer Beschwerde vor dem Kantonsgericht gescheitert, in der er eine separate Velofurt neben dem Fussgängerstreifen gefordert hatte. «Es wird garantiert Schüler geben, die nicht absteigen», sagt Lehner. Das Problem: Nur Fussgänger haben auf dem Streifen Vortrittsrecht, Velofahrer nicht.

Genau umgekehrt argumentiert Wassmer: «Wer nun Vortritt hat, ist rechtlich eindeutig. Wir können baulich aber nicht verhindern, dass sich Einzelne nicht an die Verkehrsregeln halten.» Für Lehner ein Affront: «Der neue Kreisel ist ein menschenfeindliches Relikt, das den motorisierten Verkehr bevorzugt.»