Reinach
Quartierplan Stockacker passiert trotz Bedenken

In Reinach Nord sollen zwei Wohnzeilen mit rund 70 genossenschaftlichen Wohnungen entstehen. Der Gemeinderat stellt Beruhigungsmassnahmen für den Mehrverkehr in Aussicht.

Alexandra Burnell
Merken
Drucken
Teilen
Die Wohnbaugesellschaft Logis Suisse AG soll auf dem Gebiet Stockacker bauen. (Symbolbild)

Die Wohnbaugesellschaft Logis Suisse AG soll auf dem Gebiet Stockacker bauen. (Symbolbild)

Emanuel Freudiger

«Neun Jahre ist es her, seit wir das erste Mal über den Quartierplan Stockacker geredet haben», sagte der Reinacher Gemeindepräsident Urs Hintermann am Montag an der Einwohnerratssitzung. Nun sei diese Frucht reif zum Ernten.

Der Quartierplan Stockacker sieht mit dem Bebauungsprojekt «Piano Forte» auf gemeindeeigenem Bauland in Reinach Nord zwei Wohnzeilen mit rund 70 genossenschaftlichen Mietwohnungen vor. Baurechtnehmerin ist die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft Logis Suisse AG. «Stockacker» ist der erste von drei Quartierplänen in Reinach Nord. Die dortige Quartierentwicklungen war in die Kritik geraten, weil die Anwohner befürchteten, das Verkehrsaufkommen könnte erheblich zunehmen. Besonders die Verkehrsknoten Fleischbachstrasse und Jupiterstrasse seien bereits heute stark belastet, wurde im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens kritisiert.

Dennoch sprach sich der Einwohnerrat am Montag grossmehrheitlich für den Quartierplan Stockacker aus. Gegenstimmen kamen vor allem von Seiten der SVP. Das Projekt sei zu gross und generiere zu viel Verkehr, begründete etwa der SVP-Einwohnerrat Eric Urban seine Ablehnung.

Rechnung weit über Erwartung

In allen Fraktionen war ein gewisses Verständnis für die Skepsis der Anwohner gegenüber dem Mehrverkehr zu spüren. Die Vorbehalte der Anwohner seien nachvollziehbar, fand etwa Einwohnerrat Markus Huber (SP/Grüne). «Reinach Nord war bisher sehr grün», betonte er. Dass der Einwohnerrat sich dennoch für den Quartierplan entschied, lag unter anderem daran, dass der Gemeinderat die Kritik der Anwohner ernst nahm und zwei unabhängige Verkehrsstudien in Auftrag gegeben hatte. Beide Studien zeigen auf, dass der Verkehr zwar zunehmen wird, aber dennoch bewältigbar bleibt.

Ausserdem schlug der Gemeinderat Massnahmen zur Verkehrsberuhigung vor. «Wir hoffen, dass die vorgeschlagenen Massnahmen zur Beruhigung beitragen werden», sagte Myrian Kobler von der CVP. In einem nächsten Schritt wird der Quartierplan öffentlich aufgelegt. Danach muss er noch vom Regierungsrat genehmigt werden.

Die Rechnung der Gemeinde Reinach von 2015 schliesst um 1,3 Millionen Franken besser ab als erwartet. Anstatt des budgetierten Verlusts weist sie einen Gewinn von 203'000 Franken auf. Die positive finanzielle Lage erlaubte es sogar, fünf Millionen als Vorfinanzierung für die Schulliegenschaft Surbaum zu investieren.

Zum guten Geschäftsjahr beigetragen haben unter anderem die Steuererträge, die 3,2 Millionen Franken besser ausfielen als budgetiert, sowie der Umstand, dass die Gemeinde mit 1.8 Millionen Franken erstmals weniger in den Finanzausgleich stecken musste als erwartet. Der Einwohnerrat genehmigte den Jahresbericht 2015.