Liestal
Regierungsrätin Pegoraro hat noch nie so gut getroffen wie dieses Jahr

Das Eidgenössische Feldschiessen erfreute sich auch im Baselbiet grosser Nachfrage. Traditionsgemäss stattete eine offizielle Delegation des Kantons einigen Schiessplätzen einen Besuch ab. Heuer kamen Muttenz, Allschwil und Füllinsdorf zum Zug.

Otto Graf
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Sicherheitsdirektorin Sabine Pegoraro kürzt

Sicherheitsdirektorin Sabine Pegoraro kürzt

Kenneth Nars

«Ich bin heute mit einem lachenden und einem weinenden Auge hier», sagte Regierungsrätin Sabine Pegoraro, als sie sich zum Feldschiessen auf der Gemeinschaftsschiessanlage (GSA) Lachmatt in Muttenz einfand. Sie freue sich, in gut einem Monat die Führung der Bau- und Umweltschutzdirektion übernehmen zu dürfen. Das sei das lachende Auge.

Andererseits sei sie letztmals in offizieller Mission am grössten Schützenfest der Welt anwesend. Missen möchte die Sicherheitsdirektorin den Anlass in Zukunft aber nicht und versprach, alt Regierungsrat Andreas Koellreuter nachzueifern, der sich ebenfalls zur Besichtigungstour eingefunden hatte. Zuvor konnte Kreiskommandant Oberst Martin Büsser nebst der erwähnten Regierungsvertretung als Vertreter des Militärs die Obersten Marcus Müller und Thomas Zaugg, den Geschäftsführer der GSA Lachmatt, Kurt Meyer, die Vertreterinnen und Vertreter der Kantonalschützengesellschaft Baselland und zahlreiche weitere Gäste begrüssen. Auf die Frage, wer über welche Distanz um den Feldschiessen-Kranz antreten wolle, winkte Koellreuter mit den Worten ab: «Ich bin auch schiesstechnisch im Ruhestand.»

Kurt Meyer nutzte die Gelegenheit die GSA Lachmatt kurz vorzustellen (separater Text). Organisiert von der Schützengesellschaft Muttenz, herrschte auf allen Feldschiessendistanzen, das heisst mit dem Gewehr über 300 Meter sowie mit der Pistole über 50 und 25 Meter, reger Schiessbetrieb. Im Stand selbst war, abgesehen vom Knall der Patronen und vom Schützenmeister, der das Feuer leitete, kaum ein lautes Wort zu hören. Obwohl das Schiessen nicht zu den leisen Sportarten gehört, sind Ruhe und Konzentration wichtige Voraussetzungen für einen guten Schuss.

Volltreffer für Pegoraro

Sicherheitsdirektorin Sabine Pegoraro entschied sich, das Eidgenössische Feldschiessen mit der Pistole über die Distanz von 25 Metern zu absolvieren. «Ich habe noch nie so gut geschossen und 148 Punkte ohne Nuller erzielt», freute sie sich nach dem Programm. Besonders der allererste Schuss hatte es in sich. Den Zehner mitten auf die Scheibe erwies sich als Volltreffer, wie er nicht besser hätte sein können. Es folgten dann noch zwei Zehner. Zum Kranzresultat hat es aber nicht gereicht, was aber der regierungsrätlichen Freude kaum Abbruch tat.

Die Tatsache, dass sich vergleichsweise viele Jungschützinnen und -schützen das Feldschiessen bestritten, bringe zum Ausdruck, dass die Schiessvereine bezüglich der Nachwuchsförderung in den Jungschützenkursen auf dem richtigen Weg sind, bekräftigte Pegoraro. Die klare Ablehnung der Waffeninitiative habe gezeigt, dass das Volk hinter dem Schiesssport steht, wie er in der Schweiz ausgeübt wird. Zudem, ergänzte sie, stelle der traditionelle Schiessanlass, bei dem das Teilnehmen wichtiger als das Erzielen eines Spitzenresultates ist, auch ein gesellschaftliches Ereignis dar.

Die offizielle Delegation des Kantons, der Schützenkreise und der Armee beschränkte sich heuer turnusgemäss auf Schiessplätze in den Bezirken Arlesheim und Liestal. Vergleichsweise ruhig ging es auf dem Schiessstand Mühlerain in Allschwil zu. Dort gab es bei der langen Distanz über 300 Meter keine Wartezeiten. Nicht ganz zufällig stiess dort Gemeindepräsident und ehemaliger Jungschützenleiter der Schützengesellschaft Allschwil Anton Lauber zu den Gästen. Nach einer Stärkung führte die Besuchstour zur letzten Station auf der GSA Rauschenbächlein in Füllinsdorf, wo die Schützinnen und Schützen aus dem Bezirk Liestal um das Kranzabzeichen und die Schiessvereine um den Lorbeerkranz kämpften.