Frankenstärke
Regio-Betriebe wollen schnell Geld sehen

Auf geteilte Meinungen stösst die Idee des Bundesrats, mit zwei Milliarden Franken jenen Firmen zu helfen, die unter Frankenkurs leiden.«Das Ganze sieht nach Aktionismus aus», sagt etwa Monique Juillerat von Endress+Hauser.

Daniel Haller
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Der Familienbetrieb Rego-Fix in Tenniken investiert derzeit trotz Währungskrise in die Expansion. BZ-Archiv

Der Familienbetrieb Rego-Fix in Tenniken investiert derzeit trotz Währungskrise in die Expansion. BZ-Archiv

«Endress+Hauser bemüht sich seit Langem, Arbeitsplätze hier zu behalten. Und der hohe Frankenkurs ist ein Problem», betont Pressesprecherin Monique Juillerat. «Doch wichtiger als eine Geldspritze, von der man nicht weiss, ob sie nur momentan ist und wie sie verteilt werden soll, wäre, das Problem an der Wurzel zu packen und den Frankenkurs wieder ins Gleichgewicht zu bringen.»

Juillerat fragt sich, ob Hilfszahlungen des Bundes nicht erst dann eintreffen werden, wenn es für Firmen, die aktuell auf der Kippe stehen, bereits zu spät ist. Auch müsse man berücksichtigen, dass die Firmen, deren Gewinne wegen des hohen Frankenkurses einbrechen, deshalb künftig weniger Steuern bezahlen werden. Das Geld werde dann in der Bundeskasse auch für derartige Hilfspakete fehlen. «Das Ganze sieht nach Aktionismus aus.»

Energiekosten senken

Philipp Kuttler, Inhaber der Ziegler Papier AG in Grellingen, reagiert hingegen zustimmend. Ziegler ist nicht nur im Export – 55 Prozent des Umsatzes –, sondern durch die billigere Importkonkurrenz auch auf dem Inlandmarkt von den Frankenturbulenzen betroffen: «Es ist richtig, dass man etwas macht. Doch die Massnahmen müssen schnell, innerhalb weniger Wochen, umgesetzt werden.» Kuttler hat konkrete Vorstellungen: «Mehrwertsteuern, Sozialversicherungsbeiträge und für die energieintensiv produzierende Industrie die Strom- und Gaskosten senken.» Dies würde nicht nur der Papier-, sondern auch der Stahl-, Chemie- und Pharma-Industrie schnell Entlastung bringen.

Für Innovation und Nachhaltigkeit

«Bei Lamello gehen 70Prozent in den Export und gegen 90 Prozent der Kosten fallen in Franken an», erklärt Erich Zeller, Geschäftsführer des Bubendörfer Maschinenherstellers. Die exportierten Maschinen seien deshalb für die Kunden im Ausland 20Prozent teurer geworden. «Dies müssen wir mit Aktionen ausgleichen, was uns die Marge wegfrisst.» Dieses Geld fehle nun für Innovationen. «Ich würde vorschlagen, dass man die Einbussen durch die Währungskursschwankungen, die man belegen kann, ersetzt bekommt. Wir würden das Geld für Innovationsprojekte verwenden, die wir in der Pipeline haben, die wir aber derzeit zurückstellen müssen», erklärt Zeller.

Ähnlich sieht dies Richard Weber, Mitinhaber und Geschäftsführer der Rego-Fix AG in Tenniken, die mit 85 Prozent Exportanteil stark von den Kursschwankungen betroffen ist. Allfällige Zuschüsse müssten nach Wertschöpfungsanteil in der Schweiz und dem Exportanteil in verschiedene Währungsräume differenziert werden. Zudem müsste das Geld nicht als kurzfristige Finanzspritze fliessen, sondern in nachhaltige Projekte investiert werden.