Reigoldswil
Als auf der Wasserfallen noch geschmuggelt wurde

Auf einer Themenwanderung berichtet Kulturhistoriker Rémy Suter von einst – wie der Wirt der Hinteren Wasserfallen die Basler geärgert hat.

Simon Tschopp
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Blick von der Wasserfallenweid zum Vogelberg und Passwang. In diesem Gebiet findet die Themenwanderung vom 19. Juni statt.

Blick von der Wasserfallenweid zum Vogelberg und Passwang. In diesem Gebiet findet die Themenwanderung vom 19. Juni statt.



bz-Archiv

Die Wandervögel dürfen sich freuen: Nach einem kühlen und nassen Mai sowie viel Regen zu Beginn dieses Monats sollte sich das Wetter nun allmählich bessern. Da kommt die Themenwanderung «Mit Schmugglern und Käseträgern auf den Spuren des letzten Bären im Baselbiet» gerade richtig. Sie findet am Samstag, 19. Juni, im Wasserfallengebiet ob Reigoldswil statt.

Geführt wird die Tour vom bekannten Kulturhistoriker Rémy Suter. Er erzählt über die einstigen Schmuggler aus dem Dorneck, die das «Huerewägli» benutzt haben.

«Der Wirt der Hinteren Wasserfallen hatte dieses Weglein eigenhändig durch den Fels geschlagen. Er wollte, dass seine Landsleute aus dem Schwarzbubenland dort zollfrei durchkamen und bei ihm einkehrten»,

berichtet Suter. Daran hatten die Basler, die den Zoll bei Reigoldswil betrieben, allerdings keine Freude. Sie wollten das «Huerewägli», ein Schimpfwort aus dem Basler Rathaus, zerstören.

Wo der letzte Bär im Baselbiet erlegt wurde

Der Kulturhistoriker aus Ziefen referiert auch über die Alpwirtschaft auf den Jurahöfen. Dort hatte man gesömmert und Käse hergestellt, der dann ins Tal geschultert wurde. 1798 wurde der letzte Bär im Baselbiet im Geitenarm ob Lauwil geschossen. Auch diesen Ort besucht die Wandergruppe.

Im Spätsommer und Herbst sind weitere Themenwanderungen in der Wasserfallenregion und in Reigoldswil angesagt: «Weidewirtschaft, Erzabbau und eine neu entdeckte Burg» (Samstag, 11. September) und «Sagenhafter Spätherbstbummel» (Samstag, 6. November).

Auf der Mörlifluh und dem Sagenweg

Im Zentrum der Wanderung im September steht die kleine Burg Mörlifluh bei Liedertswil, die ein Basler erst vor gut 20 Jahren entdeckt hat. Die Burg wurde um das 12. Jahrhundert auf einer Felszacke in einem Tobel errichtet – wegen des Eisenbergbaus in diesem Gebiet. Beim Anlass im November erzählt Rémy Suter auf dem Sagenweg über Legenden.

Organisator der Themenwanderungen ist der Verein Region Wasserfallen Juraparadies in Zusammenarbeit mit Baselland Tourismus und der Autobus AG Liestal. Die Touren sind unterschiedlich lang und wegen der Informationen für Erwachsene konzipiert. Michael Kumli, der Geschäftsführer von Baselland Tourismus, rechnet mit je 20 bis 25 Personen. «Das wäre ideal.»

Hinweis
Interessierte melden sich jeweils bis Mittwochabend vor der Wanderung an unter info@baselland-tourismus.ch. Die Anmeldung wird per E-Mail bestätigt. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen unter www.baselland-tourismus.ch/juraparadies.