Budget
Reigoldswiler Gemeinderat tut sich schwer damit, Finanzen in den Griff zu bekommen

Die Gemeindeversammlung von Reigoldswil entscheidet am 20. Februar über das revidierte Budget 2017, nachdem sie die erste Fassung letzten Dezember an den Gemeinderat zurückgewiesen hat. Diese sah eine Steuererhöhung um zwei Prozentpunkte auf 66 Prozent vor

Simon Tschopp
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Blick über Reigoldswil.

Blick über Reigoldswil.

Hans Mathys

Das neue Budget rechnet immer noch mit einem Fehlbetrag von 380 000 Franken. Nach einem zusätzlichen Streichkonzert von 88 000 Franken und mit den Mindereinnahmen von 70 000 Franken, welche die Steuererhöhung eingebracht hätte, weist der aktuelle Voranschlag 2017 ein um 18 000 Franken geringeres Defizit aus als der ursprüngliche.

Der grösste Brocken betrifft die Kultur. Laut Gemeindepräsident Urs Casagrande wurden Vereinsbeiträge gekürzt und die 10 000 Franken fürs Einweihungsfest des neuen Dorfplatzes gestrichen. Es gebe zwar ein Fest, die Finanzierung müsse jedoch auf anderem Weg gesichert werden, eventuell durch Sponsoren, kündigt Casagrande an.

Auch kann Reigoldswil bei der Sozialhilfe sparen. 10 000 Franken fallen weg, weil in der Zwischenzeit jemand neu von der IV eine Rente erhält und deshalb nicht mehr die Sozialhilfe belastet. «Das gibt wieder ein wenig Luft, aber wir wissen nicht, was dieses Jahr noch alles kommt», warnt der Gemeindepräsident.

Arbeitsgruppe solls richten

Reigoldswils Exekutive hat nun eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich mit den künftigen Strukturen der Gemeinde auseinandersetzen wird. Die Zusammenarbeit im Projekt «Zukunft Frenkentäler» und das Einsparungspotenzial, das sich daraus ergeben soll, nimmt die Gruppe ebenfalls unter die Lupe. «Man darf sich jedoch nicht der Illusion hergeben, dass bereits im Jahr 2018 spürbare Veränderungen herbeigeführt werden», schreibt der Gemeinderat in der Einladung zur nächsten Gemeindeversammlung (GV). Das sei ein mehrjähriger Prozess, bestätigt Urs Casagrande.

Sicher ist erst, dass der Gesamtgemeinderat dieser Arbeitsgruppe angehört. Die ganze Behörde müsse involviert sein, weil es immer wieder verschiedene Departemente betreffe, erklärt Casagrande. Mehr über die personelle Besetzung kann er noch nicht sagen.

An der Dezember-GV wies der Souverän nicht nur das Budget zurück, er hatte auch kein Gehör für eine Steuererhöhung. Da die Reigoldswiler Finanzen – wie auch jene in vielen anderen Kommunen – unter einem strukturellen Defizit leiden, dürfte eine Steuererhöhung bald wieder aufs Tapet kommen. Ist dann die Gemeindeversammlung dafür zu haben? «Das müssen Sie die Leute fragen», lacht der Gemeindepräsident und beschwichtigt: Grundsätzlich stünde die Gemeinde gut da. Sie verfüge über ein Eigenkapital von fast sieben Millionen Franken. Ein pessimistischer Finanzchef klingt anders.

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