Reinach
Ein Husky wird aus einem Garten gestohlen – was will der Dieb nur mit ihm anstellen?

Die Schlittenziehhunde sind derzeit beliebt. Aber ohne Papiere kann ein Dieb sie kaum verkaufen, zumal das in Reinach gestohlene Tier gechippt ist. Vielleicht wollte er das Tier einfach nur selber haben.

Michel Ecklin
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Am 14. Januar 2022 in Reinach gestohlener Husky.

Am 14. Januar 2022 in Reinach gestohlener Husky.

Zvg

In der Nacht auf Freitag wurde an der Bühlackerstrasse in Reinach ein Hund entwendet. Der Husky war in einer nicht geschlossenen Hundebox in einem Garten untergebracht. Dass er nicht einfach ausbüxte, sondern ein Diebstahl vorliegt, steht aufgrund von Indizien fest, erklärt Kantonspolizeisprecher Paul Steffen:

«Die Leine und das Halsband fehlten, und beides hatte er noch am Abend nicht an.»

Jemand muss die Utensilien also gezielt zusammen mit dem Tier mitgenommen haben. «Und das Gelände war seriös eingezäunt», ergänzt er.

Ohne Papiere werden Tierärzte misstrauisch

Einen Hundediebstahl hat es im Baselbiet laut Steffen noch nie gegeben. Was den Dieb motiviert hat, darüber kann die Polizei nur spekulieren. Womöglich will der Dieb das Tier verkaufen. Huskys sind derzeit beliebt. Für sie wird viel Geld bezahlt, 2500 Franken und mehr – falls sie von einem Züchter kommen und Papiere die Herkunft belegen.

Die Papiere hat der Reinacher Dieb natürlich nicht mitgestohlen, und so wird er den Husky zumindest in der Schweiz nirgends anmelden können. Der ist nämlich gechippt, und die kantonalen Halterdateien sind schweizweit miteinander verknüpft. Der rechtmässige Besitzer wäre also leicht eruierbar. «Irgendeinen Markt, um ihn zu verkaufen, wird es schon geben», mutmasst Steffen.

Womöglich hielten Anwohner den Lärm nicht aus

Allerdings dürfte es auch im Ausland schwierig werden, ihn los zu werden, wie René Schaum, Präsident des Vereins Hundesport Birseck, erklärt:

«Kriegt ein Tierarzt einen Hund mit Chip, aber ohne Papiere in die Hände, schrillen bei ihm sofort die Alarmglocken. Dann ist das Tier vermutlich geklaut.»

Ohne den Fall genau zu kennen, sieht Schaum zwei mögliche Motivationen für den Reinacher Diebstahl: Entweder war es ein Tierhasser aus der Nachbarschaft, der das Tier nicht mehr aushielt und jetzt entsorgt hat. Er weiss:

«Huskys sind kommunikationsfreudig, die Geräusche können sehr nervend sein.»

Oder aber jemand hat das Tier zufällig entdeckt, fand es süss und wollte es für sich haben.

Polizeisprecher Steffen will nicht ausschliessen, dass selbsternannte, militante Tierschützer das Tier «befreien» wollten, weil sie der Meinung waren, es werde schlecht gehalten. Er betont aber auch: Hinweise auf eine schlechte Haltung hat die Polizei keine festgestellt.

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