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Reinach feiert 50 Jahre Stadt

OK-Präsident Roland Fischer hofft, am Fest von Reinach 60'000 Besucher begrüssen zu können. Seit 50 Jahren ist die Gemeinde eine Stadt.

Andrea Schäfer
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OK-Präsident Roland Fischer sitzt beim Dorfplatz in Reinach. Im Hintergrund wird im September die Open-Air-Bühne des Stadtfests Reinach stehen.

OK-Präsident Roland Fischer sitzt beim Dorfplatz in Reinach. Im Hintergrund wird im September die Open-Air-Bühne des Stadtfests Reinach stehen.

Kenneth Nars

Roland Fischer ist der OK-Präsident des Stadtfests Reinach, das vom 4. bis 6. September 2015 stattfindet. Der in Zürich aufgewachsene Werbefachmann lebt seit rund 30 Jahren in Reinach. Der 54-Jährige politisiert zudem im Reinacher Einwohnerrat.

In etwas mehr als zwei Monaten findet das dreitägige Stadtfest Reinach statt. Sind Sie gut in der Zeit?

Roland Fischer: Vor einer Stunde habe ich den Festführer in den Druck gegeben. Wir sind noch nicht auf der Zielgeraden, aber wir sind am Einbiegen auf die Zielgerade. Das meiste ist nun unter Dach und Fach. Das muss auch so sein. Man muss an jedem Event dann noch improvisieren, aber alles, was planbar ist, muss man vorher machen.

Das Fest feiert das 50-Jahre-Jubiläum des Erreichens der 10 000-Einwohner-Grenze Reinachs. War dies ein derart entscheidender Moment?

Ich kann das nicht genau beantworten. Ich war 1965 im zarten Alter von 5 Jahren und wohnte noch nicht hier. Wenn man in die Entwicklung der Ortschaft schaut, dann war das schon noch eine magische Sache damals. «Wir dürfen uns Stadt nennen». Das war früher schon noch ein Thema. Heute ist das nicht mehr so wichtig. Heute ist es eher umgekehrt. Je mehr Leute hier wohnen, desto mehr Kosten generieren sie. Aber damals war dies ein Meilenstein für Reinach.

Die Einwohnerzahl von Reinach hat sich zwischen 1960 und 1970 mehr als verdoppelt. Wie kam es dazu?

Ich musste das auch alles nachlesen. Es hatte mit der Erschliessung des Trams zu tun. Das Drämmli hat hier die ganze Talschaft erschlossen. Und es gab ja schon immer Leute, die lieber auf dem Land draussen wohnten als in der Stadt. Das Tram machte es möglich, hier in Reinach zu wohnen und zum Arbeiten in die Stadt zu fahren.

Seit 1980 bewegt sich die Bevölkerungszahl zwischen 18 000 und 19 000. Ist Reinach fertig gewachsen?

Das würde ich so nicht behaupten. Aktuell hat es drei grosse Bauvorhaben in verschiedenen Lagen. Aber die Landreserven sind schon nicht mehr üppig. Das Tafelsilber ist bald einmal erschöpft. In Richtung Therwil sind aktuell Alterswohnungen geplant. Beim Reinacherhof ist ein grosser Genossenschaftsbau in Planung. Und auf dem Schär-Areal gibt es Hochhäuser mit etwa 140 Wohneinheiten. Reinach wird in den nächsten Jahren doch noch um ein paar Einwohner wachsen. Da muss man dann eben auch schauen, dass die Infrastruktur mitwächst.

Verstehen sich die Reinacher als Stadtbewohner?

Das ist eine ganz heikle Frage. Ich denke mir, das städtische Bewusstsein ist sicher da. Wenn man auf dem Land ein Fest macht, dann kommen die Leute aus Vereinen und Kommissionen zusammen und helfen einander. In Reinach ist das ein bisschen anders. Es hat schon eher ein städtisches Flair. Hier muss man auf die Leute zugehen. Es ist einfach eine gewisse Zurückhaltung da. Und es gibt auch viele Leute, die Reinach nur benutzen, um zu schlafen.

Das Programm des Stadtfests ist noch nicht bekannt. Können Sie einige Highlights verraten?

Wir haben internationale, nationale und regionale Acts. Ein Beispiel ist die Sängerin Sarah-Jane. Mehr darf ich noch nicht sagen. Das Programm wird am 29. Juli bekannt gegeben. Was ich sagen kann, ist, dass unsere Top Shots gut zum Zeitraum vor 50 Jahren passen, der ja im Fest gefeiert wird.

Sind es hauptsächlich einheimische Betriebe, die Stände mieten?

Nein, es ist wirklich durchmischt. Es hat sehr viele Auswärtige, die von weit her anreisen, weil sie das Fest eine tolle Sache finden. Das lokale Gewerbe war dabei zum Teil sehr, sehr zurückhaltend.

Wie viele Gäste erwarten Sie?

Wir erwarten schätzungsweise zwischen 30 000 und 60 000 Besucher. Das ist natürlich in erster Linie wetterabhängig. Auf das haben wir leider keinen Einfluss. Aber auch das Line-up wird matchentscheidend sein. Ich bin überzeugt, dass es gut ankommen wird.

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