Bildung
Reinach will über 60 Millionen in die Schulen stecken

Reinach will mehr als 60 Millionen Franken in seine in die Jahre gekommenen Schulen investieren. Da ein Standort aufgehoben werden soll, blühen den Schülern längere Schulwege.

Benjamin Wieland
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Reinach plant riesige Ausgaben in die Bildung: Über 60 Millionen Franken sollen in den kommenden zehn Jahren für Sanierungen und Neubauten bei den Primarschulhäusern ausgegeben werden.

Reinach plant riesige Ausgaben in die Bildung: Über 60 Millionen Franken sollen in den kommenden zehn Jahren für Sanierungen und Neubauten bei den Primarschulhäusern ausgegeben werden.

Aargauer Zeitung

Reinach plant riesige Ausgaben in die Bildung: Über 60 Millionen Franken sollen in den kommenden zehn Jahren für Sanierungen und Neubauten bei den Primarschulhäusern ausgegeben werden. Gestern stellte der Gemeinderat das Schulraumkonzept den Medien vor. Anwesend waren auch Vertreter der Verwaltung und der Schulen. Die geplanten Investitionen bezeichneten Gemeindepräsident Urs Hintermann (SP) und Gemeinderätin Béatrix von Sury d’Aspremont (CVP) als unumgänglich. Dies, weil der Raumbedarf im Zuge von Harmos steige und die teilweise über 40 Jahre alten Schulanlagen saniert werden müssten.

Die Kosten für die «Strategie Weiermatten» bezifferte von Sury auf 97 Millionen Franken. Um die hohen Investitionen finanzieren zu können, ist der Verkauf von diversen Grundstücken vorgesehen. Damit reduziert sich der Aufwand auf 64 Millionen Franken.

Ein Standort fällt weg

Die Strategie des Gemeinderats sieht auch die Aufhebung von einem der fünf Reinacher Primarschulstandorte vor. Betroffen wäre das Surbaum-Schulhaus im Norden der Gemeinde. Die Aufhebung hätte zur Folge, dass die Kinder aus dem Quartier künftig einen längeren Schulweg unter die Füsse nehmen müssten. Einige von ihnen hätten dabei neu auch verkehrsreiche Strassen zu überqueren. Aktuell sind rund 270 der insgesamt 761 Reinacher Primarschulkinder dem Aumatt-Schulhaus zugeteilt – davon müssten laut von Sury rund 200 umgeteilt werden.

Zentral für die Strategie Weiermatten ist der Neubau des gleichnamigen Schulhauses im Zentrum. Am selben Ort wird ein Musikschulhaus errichtet. Es soll die bisher an verschiedenen Schulen untergebrachte Infrastruktur für den Musikunterricht unter einem Dach vereinen. Zwei Schulhäuser werden saniert (Fiechten und Aumatt) – beim erst 2002 erstellten Primarschulhaus Reinacherhof bei der International School Basel (ISB) hingegen bleibt alles beim Alten. Dort sollen wie bisher 1. und 2. Klassen der Unterstufe unterrichtet werden.

«Für Reinach ist dies ein Generationenprojekt», betonte von Sury. Man habe einen Zeithorizont von acht bis zehn Jahren vorgesehen. Hintermann bezeichnete die Investitionen als finanzielle Herausforderung für die Gemeinde.

Auf die längeren Schulwege angesprochen, sagte Hintermann, dass diese mit Sicherheit unter der maximal zulässigen Distanz für Kindergärtner zu liegen kämen. Diese beträgt 2,5 Kilometer. Er stellte ausserdem eine Analyse der Verkehrssicherheit in Aussicht. «Danach würden auch allfällige Massnahmen umgesetzt», versicherte der Gemeindepräsident.

Volksabstimmung 2016/2017

Der Fahrplan sieht vor, dass ab kommendem Jahr das Bebauungskonzept entwickelt wird. Danach muss ihm der Einwohnerrat zustimmen. Das letzte Wort hat jedoch das Volk. Die Volksabstimmung für die Kredite der einzelnen Vorhaben ist frühestens 2016/2017 vorgesehen.

Bereits diesen Samstag kann sich die Bevölkerung selber ein Bild des Schulraumkonzepts machen: Dann stellt der Gemeinderat seine Pläne vor. Reinachs Informationsoffensive lässt sich durchaus als Vorbeugemassnahme deuten. Erst im Juni stimmte Allschwil über einen Schulhausneubau ab. Gegen diesen formierte sich relativ spät starker Widerstand in der Bevölkerung, aber auch im Gemeindeparlament. Das Volk stimmte dem 70-Millionen-Neubau schliesslich deutlich zu.

Öffentliche Informationsveranstaltung Schulraumkonzept Reinach: Samstag, 14. September, 9 bis 13 Uhr, Aula Bachmatten, Egertenstrasse 8.