Liestal
Retter für Liestaler Tierpark Weihermätteli ist in Sicht

Eine neue Stiftung mit Jean-Luc Nordmann an der Spitze soll die Verantwortung für den Liestaler Tierpark Weihermätteli übernehmen.

Andreas Hirsbrunner
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Liestaler Idylle: Tierpark Weihermätteli bei der Psychiatrie.

Liestaler Idylle: Tierpark Weihermätteli bei der Psychiatrie.

Kenneth Nars

Seit letztem Jahr beschäftigt viele Menschen in Liestal und Umgebung die bange Frage, wie es mit dem Tierpark Weihermätteli weitergeht. Denn der Fortbestand dieses sehr beliebten Ausflugsziels für Jung und Alt am Fusse der Psychiatrischen Klinik ist als Folge der neuen Spitalfinanzierung gefährdet: Die bisherige Betreiberin des Parks, die Kantonalen Psychiatrischen Dienste, kann den Park seit diesem Jahr nicht mehr wie früher über das vom Kanton zur Verfügung gestellte Globalbudget abrechnen. Für das laufende Jahr ist der Swisslos-Fonds mit einer einmaligen Überbrückungshilfe von 240 000 Franken eingesprungen, ab nächstem Jahr braucht es jedoch ein neues Finanzierungsmodell.

Und dieses steht nun zumindest in seinen Grundzügen, wie Hans-Peter Ulmann, Direktor der Psychiatrie Baselland - so heissen die Kantonalen Psychiatrischen Dienste seit diesem März - der bz schildert: Ab 2013 ist eine neue Stiftung für den Tierpark verantwortlich, die in den nächsten Wochen gegründet wird. Designierter Präsident ist Jean-Luc Nordmann (FDP), ehemaliger Direktor für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft beim Bund. Als Mitglieder sind bis jetzt die Liestaler Stadtpräsidentin Regula Gysin (FDP) und die Frenkendörfer Landrätin Mirjam Würth (SP) bekannt.

Weitere Sitze sollen Gemeinden, die Beiträge bezahlen, sowie der Bürgergemeinde Liestal und Sponsoren vorbehalten sein. Die genaue Aufteilung der Verantwortlichkeiten zwischen Stiftung und Psychiatrie Baselland sei noch zu regeln, sagt Ulmann. Klar sei aber, dass der Tierpark sein bisheriges Budget von rund einer halben Million Franken herunterfahren muss. Um wie viel und mit welchen Massnahmen sei noch offen. Das Ziel sei jedoch, den heutigen Tierpark möglichst weitgehend zu erhalten.

Ein Treffpunkt für Generationen

Zu den künftigen Geldflüssen sagt Ulmann: «Die Psychiatrie Baselland kann jährlich 170 000 Franken über ihr Budget an den Tierpark bezahlen, da dieser für unsere Patienten eine Erholungszone und therapeutisch von Bedeutung ist.» Für 180 000 Franken komme die Stiftung auf, wobei die Hälfte von Sponsoren und Spendern erwartet werde. Für die zweite Hälfte sei in erster Linie Stadtpräsidentin Gysin besorgt, die Geldgeber im Kreise der Einwohner- und Bürgergemeinde Liestal sowie den umliegenden Gemeinden suche. Ulmann: «Ich bin zuversichtlich, dass das gelingt. Zentral ist jetzt der Liestaler Stadtrat.»

Die Zuversicht teilt auch Regula Gysin. Sie setze sich für einen Betrag im nächstjährigen Budget der Einwohnergemeinde Liestal ein, und der Bürgerrat habe bereits schriftlich zugesagt, dass auch die Bürgergemeinde Liestal einen Beitrag einplane. Auch sei eine erste Sitzung mit den Präsidenten der umliegenden Gemeinden positiv verlaufen, so Gysin. Zur Höhe der zu erwartenden Summen will sie sich aber noch nicht äussern. Für Gysin hat der Tierpark eine «sehr grosse Bedeutung» für Liestal als Naherholungsgebiet vor allem für Familien, aber auch als Ort der Begegnung aller Generationen. Und sie betont: «Am Kern des Tierparks bestehend aus Ponys und dem Streichelzoo darf nicht gerüttelt werden.»

Tiere hängen von Sponsoren ab

Eine Nebenrolle spielt der Gönnerverein Tierpark Weihermätteli. Er finanziert mit seinen aus Kleinspenden stammenden Jahreseinnahmen von etwa 5000 Franken gezielt Anschaffungen wie den Ponywagen für den Vierspänner oder die Schildkrötenanlage. Präsidentin Barbara Schweizer erachtet das derzeitige Tierpark-Budget als hoch. Zudem erscheint es ihr zu wenig detailliert und unvollständig. Auch sie sieht Reduktionspotenzial, will aber den Kern «dieser schönen Oase in Liestal» unbedingt erhalten. Und deckungsgleich mit Gysin zählt Schweizer die Ponys, die vielen Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung böten, sowie den Streichelzoo als verbindendes Element zwischen den psychisch kranken und den gesunden Menschen zu diesem Kern.

Welche der rund 200 Ponys, Esel, Lamas, Hochlandrinder, Hirsche, Schafe, Ziegen und Wasservögel auch in Zukunft die rund vier Hektaren Land, die der Kanton im Baurecht an die Psychiatrie Baselland abgegeben hat, bevölkern, hängt nicht zuletzt von den Sponsoren ab. Denn erklärt sich einer zum Beispiel explizit bereit, die Stiefelgeissen zu finanzieren, so ist deren Existenz im Weihermätteli gesichert. Das Wetteifern um Präferenzen ist also eröffnet.