Salina Raurica
Rheinstrasse-Verlegung ist spruchreif – aber die Firmen fehlen

Und es bewegt sich doch: Das kantonale Entwicklungsprojekt Salina Raurica in der Prattler Rheinebene steht kurz vor den nächsten Zwischenschritten. Doch von ansiedelungswilligen Firmen fehlt weiter jede Spur.

Daniel Haller
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Hier, zwischen der A2 und der ARA Rhein (hinter den Bäumen), wird künftig die Rheinstrasse durchführen.Ken

Hier, zwischen der A2 und der ARA Rhein (hinter den Bäumen), wird künftig die Rheinstrasse durchführen.Ken

Kenneth Nars

Diese Woche publiziert die Bau- und Planungskommission (BPK) des Baselbieter Landrats ihren Bericht zur Verlegung der Rheinstrasse. Und am 18. Mai wird der Landrat über den entsprechenden Baukredit befinden: 52 Millionen für die eigentlichen Baukosten, dazu 4,7 Millionen Franken als Nachtragskredit, um das nötige Land zu kaufen.

Tram-Vorlage auf der Zielgeraden

Für das zweite Grossprojekt der künftigen Erschliessung, die Verlängerung der Tramlinie 14 nach Augst, benötige die BPK wohl noch zwei Sitzungen, berichtet deren Präsident Hannes Schweizer (SP). Dann kann auch diese Vorlage in den Landrat. Zwar ist dann noch lange nicht gebaut – so muss der Bundesrat entscheiden, ob er das Projekt in die Botschaft zum «Strategischen Entwicklungsprogramm Bahninfrastruktur 2030» den – Step 2030 – aufnimmt. Das soll im vierten Quartal dieses Jahres passieren.

Gespannt auf den BPK-Bericht ist nicht zuletzt der Prattler Gemeindepräsident Stephan Burgunder: «Wir möchten, dass dort, wo das neue Tram beim neuen Ceres-Tower die stark befahrene Hohenrainstrasse quert, das Gleis und die Strasse entflochten werden.» Das werde nur gehen, indem man entweder das Tram oder die Strasse unter den Boden verlege.

Kommunale Pläne genehmigt

«Der Regierungsrat hat die beiden kommunalen Zonenpläne von Pratteln und Augst, die Salina Raurica betreffen, genehmigt», berichtet Kantonsplaner Martin Kolb. Details will er keine bekannt geben, dazu sei für die nächsten Wochen eine Medienkonferenz geplant.

Doch auch dass die Gemeinden und der Kanton sich auf der planerischen Ebene gefunden haben, ist ein entscheidender Schritt, der offenbar schwierig war: Bereits im August 2008 hatte der Landrat den Spezialrichtplan Salina Raurica beschlossen, die Planung dauerte also mehr als acht Jahre. Entsprechend ist nach den hochfliegenden Ankündigungen, als die Regierung 2001 das Projekt initiierte, in der Öffentlichkeit mittlerweile deutliche Ernüchterung bezüglich des grössten Entwicklungsgebiets zu spüren.

Auch zu den 2014 verkündeten Zeitplänen, als der Regierungsrat der Losinger Marazzi AG die Federführung für die Arealentwicklung übertrug, hat man seither nichts mehr gehört. Zu den damals angekündigten Kontakten mit «potenziellen Endnutzern» – also ansiedlungswilligen Unternehmen – herrscht Funkstille. Diesbezügliche Anfragen der bz stiessen bei Marazzi Losinger auf kein Echo.

Komplexität zuerst unterschätzt

Seit das Projekt in die Welt gesetzt wurde, fanden zwei Wechsel an der Spitze der Bau- und Umweltschutzdirektion statt. Die anfängliche Euphorie sei wohl nötig gewesen, damit man das Grossprojekt Salina Raurica unter seinem Vorgänger überhaupt angepackt habe, meint Kolb. «Je konkreter es wurde, desto komplexer wurden die Fragen.» So habe der Landrat ursprünglich einen Korridor für die Verlegung der Rheinstrasse definiert, von dem man später merkte, dass dies die falsche Streckenführung wäre. Auch das zuerst vorgeschlagene Tram-Trassee habe man verworfen und die Planung wieder neu aufgleisen müssen. «Hinzu kamen Fragen wie die ARA oder die Hardwasser-AG, die man erst im Lauf der Planungen genauer anschaute.»

Burgunder weist seinerseits darauf hin, dass zwar Roche, Kanton und die Gemeinde Pratteln die grössten Grundeigentümer im Planungsgebiet Salina Raurica sind. «Aber es gibt 31 weitere Eigentümer, das macht die Bauland-Umlegung ausgesprochen kompliziert.»

Neues Quartier am Rhein

Entsprechend dürften weitere Jahre verstreichen, bis man allfälligen Grossinvestoren zusammenhängende Areale für ihre Ansiedlung anbieten kann. Mit der Verlegung der Rheinstrasse wird aber der Weg frei für den Bau eines neuen Augster Quartiers am Rhein.