Röschenz
Röschenzer haben die Nase voll von Einbrechern und gehen selbst auf Patrouille

Fünf Einbrüche und vier Versuche innerhalb von nur vier Tagen: Röschenz hat ein Einbrecher-Problem. Nun sollen «koordinierte Spaziergänger» in den Quartieren den Einbruchserien ein Ende setzen.

Simon Tschopp
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Zwischen dem 31. Juli und dem 3. August kam es in Röschenz zu fünf Einbrüchen und vier Einbruchsversuchen. (Symbolbild).

Zwischen dem 31. Juli und dem 3. August kam es in Röschenz zu fünf Einbrüchen und vier Einbruchsversuchen. (Symbolbild).

Kapo BL

Röschenz, mit 1850 Einwohnern nach Laufen und Zwingen die drittgrösste Gemeinde im Laufental, ist nicht zu beneiden. Zwischen dem 31. Juli und dem 3. August kam es dort zu fünf Einbrüchen und vier Einbruchsversuchen. Und das, nachdem bereits vom Oktober 2013 bis vergangenen Januar eine Einbruchserie Röschenz heimgesucht hatte.

«Rege Teilnahme»

Schon nach den Ereignissen vor acht Monaten reagierte der Gemeinderat prompt und setzte einen privaten Sicherheitsdienst ein, der gemäss Gemeindeverwalter Heinz Schwyzer während «längerer Zeit» jeweils abends und in der Nacht patrouillierte. Dies habe in der Bevölkerung für Beruhigung gesorgt. Über den Erfolg der Einsätze habe er keine Kenntnis, sagt Schwyzer. Nun lanciert der Röschenzer Gemeinderat eine andere Variante: Die Röschenzer Einwohner können sich für nächtliche Rundgänge melden. Aus der Bevölkerung seien Privatpersonen an den Gemeinderat gelangt und hätten angeregt, private Patrouillendienste zu organisieren, ist dem neusten «Mattegumper», dem Informationsblatt der Gemeinde Röschenz, zu entnehmen.

Letzten Februar hat der Gemeinderat entschieden, ein «Konzept für die Verbesserung der Sicherheit» in Röschenz zu erarbeiten, das rasch umgesetzt werden kann und zum Einsatz kommt, sobald wiederum eine Einbruchswelle feststellbar ist. Was nun der Fall ist. Patrouilleneinsätze von Einwohnern sind Bestandteil dieses Konzepts.

Gemeindepräsident Remo Oser spricht von einer «regen Teilnahme». Über Anzahl der Personen, die sich gemeldet haben, und Einsatzzeiten der Patrouillen will er nichts sagen. Bekannt ist jedoch, dass das Dorf in acht Quartiere eingeteilt ist, die sich nicht überlappen. Auf den Rundgängen wird für die Echtzeitkommunikation aller Teilnehmenden untereinander der Nachrichtendienst «Whatsapp» eingesetzt.

Oser, der selbst an den Rundgängen teilnimmt, hat bezüglich dieses Infokanals keine Bedenken: «Whatsapp ist handygesteuert und kann ausreichend kontrolliert werden. Zudem wird nichts Geheimes ausgetauscht.»

Ein Rundgang muss immer mit mindestens zwei Personen erfolgen. Diese müssen ein vollständig geladenes Handy und eine Taschenlampe dabei haben sowie eine Leuchtweste tragen. Ziel ist es, Präsenz zu markieren. Die «koordinierten Spaziergänger», wie sie Oser nennt, haben weder Verfügungs- noch Weisungskompetenz. Alle Massnahmen sind mit der Baselbieter Polizei abgesprochen. «Wir stehen in regem Austausch mit der Polizei», erklärt Remo Oser. Diese könne ihre Funktion in Röschenz nur im Rahmen ihrer vom Kanton definierten Ressourcen wahrnehmen.

«Nehmen Ereignisse sehr ernst»

«Ein Teil der Bevölkerung ist nach der neusten Einbruchswelle verängstigt», konstatiert der Gemeindepräsident und betont weiter: «Wir nehmen diese Ereignisse sehr ernst.» Er sei überzeugt, dass solche Rundgänge eine abschreckende Wirkung hätten. Oser stellt aber auch klar, dass Patrouillengänger keinesfalls die Konfrontation mit Einbrechern suchen dürfen. «Bei Verdacht ist die Polizei einzuschalten.»