ÖV-Debatte
Sabine Pegoraro: «Ich werde mich für den Busbetrieb einsetzen»

Der Baselbieter Landrat folgt der Regierung und spricht sich für einen Busbetrieb auf der Läufelfingerli-Linie aus. Bau- und Verkehrsdirektorin Sabine Pegoraro (FDP) wertet den Entscheid des Landrats als Vertrauensbeweis.

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FDP-Regierungsrätin Pegoraro.

FDP-Regierungsrätin Pegoraro.

Martin Toengi

Frau Pegoraro, wie geht es Ihnen nach der grossen öV-Debatte? Wir nehmen an, Sie sind zufrieden mit dem Entscheid des Landrates.

Sabine Pegoraro: Das ist so. Der Entscheid entspricht in den wesentlichen Zügen dem Regierungsvorschlag. Ich werte das als Vertrauensbeweis. Der Landrat will keinen öV-Abbau im Unterbaselbiet, eine Mehrheit will aber wie von der Regierung vorgeschlagen im Homburgertal von Bahn auf Bus umstellen. Über das Läufelfingerli wird im Baselbiet seit 20 Jahren diskutiert. Erstmals hat der Landrat nun der Stilllegung der Bahn zugestimmt. Das ist bemerkenswert.

Allerdings ist das Referendum gegen diesen Beschluss so sicher wie das Amen in der Kirche.

Ja. Ich gehe davon aus, dass es zur Volksabstimmung kommen wird. Und ich werde mich als Regierungsrätin für die Umstellung von Bahn auf Bus einsetzen – selbst wenn ich dann wieder eine Stimmrechtsbeschwerde am Hals haben sollte. Ich bin überzeugt: Das ist ein guter Entscheid, für 80 Prozent der Menschen im Homburgertal stellt die geplante Umstellung auf Bus eine Verbesserung des öV-Angebots dar. Weil der Takt dichter ist und weil der Bus näher an ihrer Haustür hält.

Was sagen Sie zu jenen 20 Prozent, für die die Stilllegung der S9 längere Reisezeiten und damit eine Verschlechterung bringt.

Das ist nicht von der Hand zu weisen. Wir bauen auf die Einsicht der Bevölkerung im Homburgertal, dass die Umstellung für die Region insgesamt eine bessere Lösung darstellt.

In einem wichtigen Punkt ist Ihnen der Landrat nicht gefolgt: Er will auf drei Buslinien in den beiden Frenkentälern an Werktagen ein grösseres Angebot als die Regierung. Zudem sollen ab 2018 an Wochenenden wieder Busse in gewissen Gemeinden verkehren, die heute nicht bedient werden.

Ich sehe das als Konzession ans Oberbaselbiet und kann mit dieser Lösung leben.

Auch mit dem Vorschlag, das Wochenend-Angebot mit Ruftaxis anstatt Bussen zu gewährleisten?

Wir werden uns seitens Kanton nicht gegen ein Pilotprojekt mit Ruftaxis wehren, auch wenn ich zu bedenken geben muss, dass deren Finanzierung per Gesetz eigentlich Aufgabe der Gemeinden ist. Eventuell wird mit dieser Lösung der Kostendeckungsgrad verbessert, was ich begrüssen würde.