salina raurica
Der Bus muss Tram spielen, doch die Strasse ist nicht darauf ausgelegt

Nach dem Nein zum Tram haben die Planerinnen und Planer ein Problem. Der Bus kann zwar die ÖV-Feinerschliessung von Salina Raurica übernehmen, doch sie werden wohl häufig im Stau stecken. Darum brauche es eine Kapazitätserweiterung der Strassen, fordert FDP-Landrat Andreas Dürr.

Benjamin Wieland
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Der neue Kreisel Frenkendörfertrasse, rechts biegt die künftige Rheinstrasse ab. Sie hat lediglich zwei Spuren.

Der neue Kreisel Frenkendörfertrasse, rechts biegt die künftige Rheinstrasse ab. Sie hat lediglich zwei Spuren.

Bild: Kenneth Nars

Salina Raurica ist too big to fail. Das Gebiet wird weiterentwickelt. Das kristallisiert sich immer mehr heraus – trotz des Neins des Baselbieter Stimmvolks zur Tramverlängerung.

Ein Problem haben die Planerinnen und Planer jedoch seit der Abstimmung vom vergangenen Sonntag: Wie kann der Bus die Aufgabe des Trams übernehmen? Das geht mit der Kapazität der vorgesehenen Strassen nicht, ist Andreas Dürr überzeugt. Die verlegte Rheinstrasse sei viel zu wenig leistungsfähig konzipiert, sagte der FDP-Landrat gestern dem «Regionaljournal Basel».

Die Schwachstellen seien die zu engen Kreisel, sagt Dürr, der auch die Sektion beider Basel des Automobil-Clubs der Schweiz präsidiert, zur bz:

«Die Erschliessung des Gebiets Salina Raurica für den motorisierten Individualverkehr ist bewusst auf ein tiefes Niveau ausgelegt. Man hat Staus in Kauf genommen. Das sollte die künftigen Bewohnerinnen und Nutzer dazu zu bewegen, möglichst das Tram zu benutzen.»

Jetzt, wo das Tram nicht komme, müssten Busse den Hauptharst der ÖV-Erschliessung übernehmen. «Doch die werden ständig im Stau stecken», ist Dürr überzeugt. «Die Rheinstrasse wird den Mehrverkehr niemals aufnehmen können. Und für separate Busspuren hat es keinen Platz.»

Eine Option wäre, die alte Rheinstrasse offen zu halten

Dürr sagt, er sei zwar für die Tramverlängerung gewesen, habe jedoch bereits bei den Debatten zur Rheinstrassenverlegung im Landrat vor dem Kapazitätsproblem gewarnt. In der Landratsvorlage von 2016 zum Projekt heisst es, bei zwei von drei geplanten Kreiseln bestehe die Option, sie grösser zu konzipieren. Der Schönheitsfehler: Die Strasse ist längst im Bau.

Spatenstich zur Strassenverlegung war im November 2019. Die neue Kantonsstrasse ist 2,4 Kilometer lang und durchgängig zweispurig. Drei Kreisel wird es geben: Zurlinden, Lohag und Frenkendörferstrasse. Die Arbeiten sind weit fortgeschritten. Beim Kreisel Frenkendörferstrasse ist die Betonfahrbahn bereits verlegt.

Nach der Inbetriebnahme der neuen Rheinstrasse wird, so lautete der Plan der Baselbieter Baudirektion, die alte Rheinstrasse, die auf weiten Strecken der Uferböschung entlang verläuft, zurückgebaut und leicht versetzt. Sie soll künftig zwar auch der Erschliessung der neuen Gewerbe- und Wohnbauten entlang des Rheins dienen, ansonsten jedoch nur dem Langsamverkehr.

Andreas Dürr schlägt vor, die alte Rheinstrasse als zweite Durchgangsachse offen zu halten. «Es wird wohl keine andere Lösung geben.»

Auch in Augst rückt die alte Rheinstrasse in den Fokus

Solche Gedanken macht man sich auch in Augst. Die Uferböschung liegt vor allem auf Augster Boden.

«Wir müssen uns jetzt überlegen, wie wir unsere neuen Gewerbe- und Wohnquartiere entlang des Rheins, die teilweise schon im Bau sind, anders erschliessen»,

sagt Gemeindepräsident Andreas Blank. Augst habe fest mit dem Tram gerechnet. Es hätte etwa das neue Quartier Gallisacher erschlossen. Blank: «Eventuell braucht es jetzt mehr Parkplätze.»