Eigene Lösung
Sanierung der Pensionskasse kommt Pratteln teuer zu stehen

Die Gemeinde Pratteln muss über 19 Millionen Franken für die Pensionskasse sowie eine Besitzstandgarantie aufwenden. Normalerweise entsteht bei so einer Summe ein Sturm der Entrüstung - in diesem Fall stimmte der Einwohnerrat murrend zu.

Patrick Rudin
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Eigene Lösung ist günstiger: Pratteln beteiligt sich bei der Ausfinanzierung der Pensionskasse nicht am Darlehens-Pool des Kantons. Kenneth Nars

Eigene Lösung ist günstiger: Pratteln beteiligt sich bei der Ausfinanzierung der Pensionskasse nicht am Darlehens-Pool des Kantons. Kenneth Nars

Kenneth Nars

Was normalerweise einen Sturm der Entrüstung, verbunden mit einer Rückweisung, auslösen würde, wurde am Montag im Prattler Einwohnerrat nach kurzer Debatte grummelnd mit einigen Enthaltungen durchgewunken: Rund 2,5 Millionen Franken genehmigte der Einwohnerrat, um Finanzierungslücken bei der Umstellung des Pensionskassensystems zu vermeiden. Der Betrag ist Teil der Sanierung von insgesamt über 19 Millionen Franken, die Pratteln als Arbeitgeber aufwenden muss.

Alle gleich behandeln

Seit der Abstimmung vom vergangenen Mai ist klar, dass der Kanton die Lücken bei den Lehrern der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK) ausfinanziert. Doch die Gemeinde Pratteln will auch den restlichen Verwaltungsangestellten dasselbe Rentenniveau bieten: Mit der Umstellung vom Leistungs- zum Beitragsprimat fallen diverse Umverteilungsmechanismen weg, und die 2,5 Millionen Franken sollen die Unterschiede zumindest abfedern.

Über die restlichen 16,5 Millionen Franken durfte der Einwohnerrat nicht entscheiden, da die gebundenen Ausgaben in die Kompetenz des Gemeinderates fallen.

Vorlage nur zwei Seiten dick

Damit die neue Vorsorgelösung zum 1. Januar 2015 in Kraft treten kann, ist der gesprochene Kredit von 2,5 Millionen Franken auch vom Referendum ausgenommen. Gleichzeitig hat der Gemeinderat beschlossen, für seine Verwaltungsangestellten von der BLPK zur ASGA-Pensionskasse zu wechseln.

Der von der Gemeinde mit dem Wechsel beauftragte Versicherungsberater betonte am Montag in der alten Dorfturnhalle, lediglich die Risikoprämie sei künftig etwas höher, ansonsten habe der Wechsel für die Angestellten nur Vorteile. Auch die ausbezahlten Provisionen für den Wechsel sollen offengelegt werden.

Die Einwohnerräte Christine Gogel (SP) wie auch Philippe Doppler (SVP) bemängelten, dass der Gemeinderat für solch hohe Beträge lediglich eine dünne, zweiseitige Vorlage geliefert habe.

Keine Pooling-Lösung

Der Gemeinderat will die Ausfinanzierung mit einer Einmaleinlage tätigen, er beteiligt sich dazu allerdings nicht am Darlehenspool des Kantons: Offenbar kann Pratteln das benötigte Geld günstiger am Kapitalmarkt besorgen. Zu dieser Art der Finanzierung hatte der Einwohnerrat ebenfalls nichts zu sagen.

Auch der Betrag von 2,5 Millionen Franken ist noch provisorisch: Die exakte Zahl wird erst feststehen, wenn die Vorsorgeunternehmen ihre Jahresrechnung per Ende 2014 abgeschlossen haben. Von den Gesamtkosten von 19,5 Millionen Franken schlägt die Ausfinanzierung der Rentner mit 14,7 Millionen am stärksten zu Buche.