Bahnhof Liestal
Sanierungsbedarf: Kritik am Bahnhof wird lauter

Der Bahnhof Liestal sei einer Kantonshauptstadt nicht würdig, kritisiert die Stadtpräsidentin Regula Gysin. Er sehe ungepflegt aus und müsse dringed aufgefrischt werden.

Birgit Günter
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Wer im Zug von Basel nach Olten fährt, kommt an einer Reihe von schmucken Bahnhöfen vorbei – allen voran an solchen Lichtblicken wie in Sissach oder Lausen. Doch in Liestal: Tristesse. Beim Anblick der engen Perrons, der Unordnung bei den Velo-Abstellplätzen und des ältlichen Bahnhofgebäudes wähnt man sich in die vernachlässigte Provinz versetzt. Und dies notabene in der Baselbieter Kantonshauptstadt.

«Der Bahnhof Liestal ist überhaupt keine Visitenkarte für die Stadt», bedauert Stadtpräsidentin Regula Gysin. Er sehe ungepflegt aus: «Die Fassade müsste man wieder einmal herunterputzen», meint sie. Und weil eine öffentliche Toilette fehle, würde man rund um den Bahnhof «Dinge sehen, die nicht schön sind».

Sie freut sich zwar für Sissach oder Lausen – kann aber nicht ganz nachvollziehen, warum diese moderne Bahnhöfe erhalten haben, während jener in Liestal aussieht wie zu ihrer Kindheit – abgesehen von einer kleinen Auffrischung vor neun Jahren. «Auch wir hätten Sanierungsbedarf», fordert sie. Würde man den Bahnhof besser pflegen, gäbe es zudem weniger Vandalismus, ist sie überzeugt. Mühe hat sie auch mit den Rampen: Diese sind für dreirädrige Kinderwagen ungeeignet und somit veraltet.

Zuerst kommt Busbahnhof zum Zug

Die gute Nachricht: Die SBB haben den Bahnhof Liestal als Sanierungsobjekt offenbar auf dem Radar. Doch erst mittelfristig. Denn: «Aus Platzgründen ist eine Auffrischung oder Sanierung erst nach Abschluss der Arbeiten am Bushof möglich», teilt Mediensprecher Roman Marti mit. Mit dessen Umbau wird voraussichtlich im nächsten Jahr begonnen. «Termine und Projektumfang kommunizieren wir, sobald spruchreif», verspricht Marti.

Generell wird anhand einer Prioritätenliste entschieden, ob ein Bahnhof an die Reihe kommt. Wichtigstes Kriterium dabei: die Sicherheit.

Diesbezüglich sowie bezüglich Vandalismus falle Liestal aber im schweizweiten Vergleich nicht auf, so Marti. «Ein Videoüberwachungssystem drängt sich deshalb zurzeit nicht auf», sagt er und verweist dabei auf die Bahnhofpatinnen und -paten, welche vor Ort zum Rechten sehen. Die von Benutzern ebenfalls geäusserte Kritik, dass ein Autoabstellplatz in Liestal mit 60 Franken pro Monat viel teurer als anderswo ist, erklärt Marti mit der Preispolitik, die sich nach Angebot und Nachfrage richte.

Gysin hofft nun, dass sich die SBB als Partner zeigen und künftig «mehr für das Liestaler Image tun» – so, wie dies die Stadt mit der Neugestaltung des Postplatzes, des Einrichtens eines Veloparkings oder dem Einsatz von Bahnhofpaten getan habe.