Schlösserinitiative
«Schlösser-Abstimmung»: Zahlen des Initiativ-Komitees werden stark angezweifelt

«Fakten statt Emotionen»: Unter diesem Titel lud das Komitee «Beste Lösung für Schlösser und Hof - Ja zum Gegenvorschlag» am Donnerstag zur Medienkonferenz ins Regierungsgebäude nach Liestal. Zur Sprache kam auch der Preis, den der Kanton Mitte der 1990er Jahre für das Hofgut bezahlen musste.

Benjamin Wieland
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Blick auf das Schloss Wildenstein

Blick auf das Schloss Wildenstein

Juri Junkov

«Das ist einer der emotionalsten Abstimmungskämpfe der letzten Jahre», sagte Hans Furer, Co-Präsident des Komitees «Beste Lösung für Schlösser und Hof - Ja zum Gegenvorschlag», gleich nach der Begrüssung. «Es sind viele Unwahrheiten verbreitet worden», fügte Furer an - diese wolle man endlich richtig stellen. Zu diesem Zweck lud das Komitee mehrere Redner ein, die sich unter anderem zu den umstrittenen Punkten Kaufpreis des Hofguts Wildenstein und Jubiläumsstiftung BLKB äussern wollten.

Unter den Referenten befand sich Dominic Sprunger, der Pächter des Hofguts Wildenstein. Schon mehrmals hatte er sich öffentlich für den Gegenvorschlag ausgesprochen. Dieser sieht vor, dass der Pachthof an die Christoph Merian Stiftung (CMS) verkauft wird, was Sprunger klar begrüsst: «Ich bin überzeugt, dass die CMS für den Bio-Betrieb und den Naturschutz eine ideale Partnerin ist.» Für die CMS-Lösung spricht laut dem Landwirt ausserdem, dass sie in Aussicht gestellt habe, dringend anstehende Investitionen vorzunehmen, die beim aktuellen Eigentümer offenbar keine Priorität geniessen: «Wir mussten beim Kanton sehr oft um Investitionen betteln. Diese wurden auch durch alt Regierungsräte, die jetzt im Initiativkomitee sitzen, immer wieder auf die lange Bank geschoben.»

Auch die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) spielt im Abstimmungskampf eine Rolle. Sprecher Christoph Loeb legte Wert darauf, dass nicht die Bank das Schloss Wildenstein im Baurecht übernehme, wie das häufig kolportiert worden sei, sondern eine Stiftung. «Im Stiftungsrat würden neben der BLKB unter anderem auch der Kanton Basel-Landschaft und die Einwohnergemeinde Bubendorf Einsitz nehmen», betonte Loeb. Weiter sei das Argument der Initianten, die zehn Millionen für die Stiftung würden dem Kanton entgehen, falsch: «Die Stiftung hat mit der Gewinnausschüttung an den Kanton überhaupt nichts zu tun.»

Streitpunkt Kaufpreis

Ein viel diskutiertes Thema im bisherigen Abstimmungskampf war auch der Kaufpreis, den der Kanton für das Hofgut aufbringen musste, als er den Wildenstein-Komplex im Jahr 1995 erwarb. Die Initianten behaupten, die CMS würde einen zu geringen Preis bezahlen und brachten die Zahl von zwei Millionen in Umlauf. Der Kanton habe jedoch, so sind die Initianten überzeugt, ein Mehrfaches dessen bezahlt, nämlich rund 7,5 Millionen Franken. Bei einem Verkauf würde das Hofgut - Zitat Initiativ-Komitee - «verscherbelt». Heinrich Schäublin, Mitinhaber von Nebiker Treuhand, Sissach, bezweifelte die erwähnte Summe. Der Kaufpreis basiere auf dem Ertragswert des jeweiligen Landwirtschaftsbetriebs, und dieser sei nach oben limitiert. «Das Hofugt hatte niemals den Wert von 7,5 Millionen Franken», sagte Schäublin.

Wildenstein und das Schloss Bottmingen werden am Donnerstag auch wieder einmal den Landrat beschäftigen: Hannes Schweizer, SP-Landrat und Co-Präsident des Komitees «Beste Lösung für Schlösser und Hof - Ja zum Gegenvorschlag» reichte eine dringliche Interpellation ein, in welcher er von der Regierung wissen will, wieviel sie nun wirklich für den Landwirtschaftsbetrieb bezahlt hat. Er erhofft sich eine Versachlichung des Abstimmungskampf - oder, wie es Furer ausdrückte: «Fakten statt Glauben».