Bottmingen und Wildenstein
Schlösser-Freunde geben den Kampf noch nicht auf

Das Initiativ-Komitee «Ja zu Wildenstein und Schloss Bottmingen» weicht kein bisschen von seinem Standpunkt ab: Keine Aufteilung von Schloss und Gutsbetrieb Wildenstein und kein Verkauf des Gutsbetriebs an die Christoph Merian-Stiftung.

Benjamin Wieland
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Vereint gegen Schloss-Verkäufe (von links): alt Regierungsrat Eduard Belser, Hans-Rudolf Tschopp, Präsident «Freunde Schloss Wildenstein» und alt Landrat Paul Schär.

Vereint gegen Schloss-Verkäufe (von links): alt Regierungsrat Eduard Belser, Hans-Rudolf Tschopp, Präsident «Freunde Schloss Wildenstein» und alt Landrat Paul Schär.

bz

In der kommenden Woche behandelt der Landrat die Initiative «Ja zu Schloss Bottmingen und Wildenstein». Die Initianten empfehlen den Gegenvorschlag der Regierung zur Ablehnung. Stattdessen sprachen sie am Donnerstag an einer Medienkonferenz im Schloss Bottmingen einem weiteren Gegenvorschlag der Bubendörfer SVP-Landrätin und Initiantin Sandra Sollberger ihre volle Unterstützung zu. Dieser verlangt, dass das Schloss Wildenstein und das angrenzende Hofgut - anders als von der Regierung beabsichtigt - eine Einheit bleiben und nicht getrennt verkauft werden können. Ebenso soll das Bottminger Weiherschloss in Kantonsbesitz verbleiben.

Weiter schliesst der Gegenantrag Sollberger eine Veräusserung des Landwirtschaftsbetriebs an eine Stiftung ausserhalb des Kantons aus. Der Gegenvorschlag der Regierung sieht als zukünftigen Besitzer des Hofs die Basler Christoph Merian-Stiftung (CMS) vor, die mit dem bisherigen Pächter-Ehepaar weiter arbeiten will. Die Initianten wollen jedoch eine kantonsinterne Lösung.

Emotionale Argumente

Die Vertreter des Komitees betonten, dass sie ihre Initiative nur dann zurückziehen werden, wenn der Landrat den Gegenvorschlag Sollbergers folgt (sie ist nicht Mitglied des Komitees). Sie führten, wie schon bei früheren Gelegenheiten, nicht finanzielle, sondern emotionale Arguemente ins Feld. Alt Ständerat Eduard Belser (SP) bezeichnete die Verkaufsabsichten der Regierung als «Distanzierung von der eigenen Geschichte». Die Bottminger Gemeindepräsidentin Anne Merkofer-Häni (überparteiliche Wähler) sprach von einem «blinden Kanton».

Alt Landrat Paul Schär (FDP) brachte erneut das Misstrauen gegenüber der Regierung aufs Tapet. «Wir haben immer wieder hinter vorgehaltener Hand gehört, dass das Bottminger Schloss verkauft werden soll.»

Schlösser-Verkauf sollte Kanton entlasten

Im Juni reichte das Initiativkomitee die nicht formulierte Initiative «Ja zu Wildenstein und Schloss Bottmingen» mit über 5000 Unterschriften ein. Im November präsentierte die Regierung ihren Gegenvorschlag, der vorsieht, dass das Schloss Wildenstein in die Jubiläumsstiftung der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) übergeht und das Hofgut zur CMS. Sollbergers Gegenvorschlag ist nicht in den Traktanden des Landrats enthalten. Sie wird ihn einbringen, wenn das Geschäft zur Verhandlung kommt.

Den Verkauf der beiden Schlösser und des Hofguts hatte die Regierung im vergangenen Jahr im Rahmen des Entlastungspakets angeregt, da diese den Staatshaushalt belasten. Im März dieses Jahres hatte der Landrat den Verkaufsabsichten zugestimmt, jedoch unter Bedingung, dass diese an Stiftungen verkauft werden und weiterhin öffentlich zugänglich bleiben.