Liestal
Schmerzhafter Sparkurs für reformierte Kirche

Die Herbstsynode der evangelisch-reformierten Kirche Baselland schluckte zwar den rigorosen Sparkurs, den der Kirchenrat ihr heute vorlegte. Der Rat wurde aber kritisiert, das grosse Defizit vor allem auf Kosten der Kirchgemeinden zu bekämpfen.

Michael Nittnaus
Merken
Drucken
Teilen
Schmerzhafter Sparkurs für reformierte Kirche

Schmerzhafter Sparkurs für reformierte Kirche

bz Basellandschaftliche Zeitung

Kirchenratspräsident Martin Stingelin und Finanzchef Christoph Erhardt hatten heute die undankbare Aufgabe, der Synode der evangelisch-reformierten Kirche Baselland einen defizitären Voranschlag 2011 und daraus resultierend die Sparmassnahmen der nächsten Jahre zu präsentieren. Im Liestaler Landratssaal kam es denn auch zu deutlichen Unmutsbekundungen.

Weniger Subvention für Pfarreien

Nichtsdestotrotz folgte das Kirchenparlament dem Rat am Ende grossmehrheitlich und genehmigte den Voranschlag beziehungsweise nahm den Finanzplan 2012 bis 2017 zur Kenntnis. Grösstes Sorgenkind war dabei die Rechnung 2, die den Kantonsbeitrag beinhaltet. Dieser sinkt wegen des anhaltenden Mitgliederschwundes für 2011 von 5,8 auf 5,7 Millionen Franken. Die Synode musste einer Senkung des Subventionsansatzes der Gemeindepfarrstellen um zwei auf 46 Prozent zustimmen, um das Defizit mit gut 100000 Franken einigermassen im Rahmen zu halten. Mit altem Ansatz hätte der Mehraufwand knapp 330000 Franken betragen.

Pro Pfarrstelle müssen die Kirchgemeinden nun durchschnittlich 3300 Franken mehr aufwenden. «Eigentlich reicht diese Kürzung der Subventionen nicht, aber wir wissen, dass für die Kirchgemeinden kaum mehr zu verkraften wäre», macht Stingelin klar, dass weitere Sparmassnahmen nötig sind.

Pensionskasse als grosse Gefahr

Dabei wurde ein grosser Brocken im Voranschlag der Rechnung 2 sogar weggelassen: Um die Unterdeckung der Baselbieter Pensionskasse auszugleichen, könnte es sein, dass die Kirche als Arbeitgeber für die nächsten 20 Jahre jährlich rund 300000 Franken einschiessen muss. Sollte dieser Betrag rechtskräftig werden, entstünde für die Rechnung 2 nächstes Jahr ein Defizit von fast 350000 Franken.

Um diese defizitäre Entwicklung aufzuhalten, stellte Martin Stingelin erste Massnahmen vor, die der Synode kommenden Frühling vorgelegt werden sollen. Unter anderem mit gestrichenen Stellvertretungen oder Beiträgen für Frühpensionierungen seien kurzfristige Einsparungen von rund 120000 Franken möglich. «Mehr liegt nicht drin», stellt Stingelin ernüchtert fest.

Lesen Sie morgen mehr dazu in der Basellandschaftlichen Zeitung.