Nationalratswahlen
Schneider führt CVP-Liste an, die von starken Differenzen lebt

Jetzt hat sich auch der Aescher Unternehmer Remo Franz entschieden, im Herbst anzutreten. Er setzt sich weiter für die Allianz mit SVP und FDP ein, nimmt aber, wenn auch verhalten, Abstand zu Oskar Kämpfers Angriff auf Elisabeth Schneider-Schneiter.

Michael Nittnaus
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CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter erhält interne Konkurrenz.

CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter erhält interne Konkurrenz.

KEYSTONE

Was Recherchen der bz am Samstag aufzeigten, bestätigt nun auch Marc Scherrer: Der Präsident der Baselbieter CVP legt auf Anfrage die Kandidatenliste der Nationalratswahlen offen, die der Vorstand am 16. Juni den Mitgliedern zur Nomination vorschlagen wird. Wie vermutet hat man sich auf sieben Personen geeinigt:

  • Elisabeth Schneider-Schneiter, Nationalrätin, Biel-Benken, 1964
  • Claudia Brodbeck, Bauernverband, Biel-Benken, 1965
  • Remo Franz, Besitzer Rofra AG, Aesch, 1955
  • Philippe Hofmann, Einwohnerrat Allschwil, 1980
  • Alexander Imhof, Stadtpräsident Laufen, 1964
  • Béatrix von Sury d’Aspremont, Gemeinderätin Reinach, 1961
  • Emanuel Trueb, Gemeinderat Pratteln, 1961

Die Liste deckt sich mit jener der bz. Einzige Neuerung: Anstatt der Muttenzer Gemeinderätin Franziska Stadelmann wird Claudia Brodbeck ins Rennen geschickt. Die Bäuerin aus Biel-Benken, die im Vorstand des Bauernverbandes beider Basel sitzt, kandidierte bereits für den Landrat, scheiterte aber. Für Marc Scherrer verfügt die CVP damit über eine hervorragende Liste: «Alle Regionen sind vertreten, Exekutiv- und Legislativpolitiker, Unternehmer und CVP-Mitglieder von Mitte-Links bis Mitte-Rechts des politischen Spektrums.» Man hätte sogar mehr Interessierte als Plätze gehabt. Die Überzähligen hätten sich freiwillig zurückgezogen, betont er.

Kein Antrag mehr von Remo Franz

Ein besonderes Lob vom Präsidenten erhält Remo Franz: «Es ist toll, dass so erfahrene Gewerbler wie er sich engagieren.» Scherrer hatte sich persönlich um Franz bemüht. Diesem fiel die Entscheidung allerdings nicht leicht, wie er ausführt: «Ich brauchte Zeit, um abzuklären, ob ich von meinem familiären und beruflichen Umfeld unterstützt werde.» Der ehemalige Landrat sei bereits vor vier und acht Jahren von der CVP angefragt worden, habe aber immer abgesagt. Damals sei er noch operativer Leiter der Rofra Gruppe gewesen. Mittlerweile verfüge er über mehr Zeit.

Franz möchte sein Wissen als Unternehmer in Bern einbringen, da dort Entscheide getroffen würden, «die für das Gewerbe und die Zahl der Arbeitsplätze grosse Konsequenzen haben». Er zählt sich klar zum bürgerlichen Flügel der CVP. Letzte Woche hatte er sich in der «Basler Zeitung» exponiert, indem er sich für eine Listenverbindung mit SVP und FDP einsetzte, obwohl damit der Sitz von Elisabeth Schneider stärker gefährdet wäre als bei der Verbindung mit BDP und GLP, die der Vorstand vorschlägt.

«Es ist halt die Frage, was man höher gewichtet: Den Nationalratssitz zu halten oder die Probleme des Kantons mit starken Partnern anzupacken», sagt Franz auch noch im Wissen, dass SVP-Präsident Oskar Kämpfer eine Verbindung nur toleriert, wenn die CVP ihre Nationalrätin fallen liesse. Natürlich wolle er den CVP-Sitz auch behalten. Franz gibt sich aber überzeugt, dass die Verbindung mit SVP und FDP von den Wählern goutiert und mit zusätzlichen Stimmen belohnt würde. Kämpfers Bedingung nennt er zwar auch «nicht unbedingt geschickt». Man solle das aber nicht überbewerten, sondern lieber nach vorne schauen und sich auf Sachpolitik konzentrieren. Mit Schneider habe er persönlich keine Probleme, auch wenn er politisch anders ticke. Immerhin: Auf einen Listenverbindungs-Antrag am Parteitag verzichtet Franz. «Damit kann man nach Kämpfers Votum wirklich nicht mehr kommen.»

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