Fasnacht
Schnitzelbänke fallen ins Wasser – 2020 gibt es keinen «Schnitzelbankobe» in Frenkendorf

Besucher und Künstler fehlen. Deshalb verzichtet das Fasnachtskomitee Frenkendorf im kommenden Jahr auf seinen Traditionsanlass und schaltet eine Denkpause ein.

Simon Tschopp
Drucken
Teilen
Es findet nächstes Jahr kein «Schnitzelbankobe» in Frenkendorf statt. (Archivbild)

Es findet nächstes Jahr kein «Schnitzelbankobe» in Frenkendorf statt. (Archivbild)

Kenneth Nars

Eine jahrzehntelange Tradition der Frenkendörfer Fasnacht erhält einen Dämpfer. Der «Schnitzelbankobe» macht Pause und findet 2020 nicht statt. Zu diesem Schritt sah sich das Fasnachtskomitee (Fako) geradezu gezwungen.

Das diesjährige Schnitzelbanksingen war sowohl für die Vortragenden als auch für die Organisatoren demotivierend. Das Publikumsinteresse für die acht aufgetretenen Schnitzelbänke in den vier Lokalen – je zwei Restaurants und Keller – liess zu wünschen übrig. «Ich war mit Vorstandskollegen unterwegs. In der Beiz, in der wir sassen, waren wir fast alleine», blickt Simon Leuenberger, der Präsident des Fasnachtskomitees Frenkendorf, zurück. Dieser beobachtete schon die Jahre zuvor eine schwindende Zuschauerschar.

Er könne nicht sagen, weshalb. Leuenberger weist jedoch darauf hin, «dass es nicht mehr so viele Dorfbeizen hat», was den Spielraum einschränke. Und er bestätigt, dass sich in der Fasnachtsszene viel ändere. Das Neuste, das man kennt, sind die Wagenburgen.

Nur ein Schnitzelbänkler mit positiver Rückmeldung

Das Fako ging über die Bücher und probierte mit verschiedenen Varianten den besonderen Bedingungen, die sich ergeben hatten, entgegenzuwirken. Erfolglos. Es plante, die Schnitzelbänkler nur noch in einem Lokal singen zu lassen und den Anlass vom Sonntag auf den Samstagabend vorzuverlegen. «Das wäre die einzige Alternative gewesen, denn am Fasnachtsmontag haben wir den grossen Umzug, dienstags und mittwochs ist alles weg», erklärt der Fako-Präsident.

Zuerst ist das Fasnachtskomitee an die zehn bis zwölf Schnitzelbänkler gelangt, die am Frenkendörfer Schnitzelbanksingen regelmässig teilgenommen haben. Auch eine Guggenmusik und die Clique aus dem Dorf wurden angefragt. Das Resultat: «Mit Ausnahme der Guggenmusik und der Clique erhielten wir lediglich von einem Schnitzelbänkler eine positive Rückmeldung», resümiert Simon Leuenberger. Die anderen Kontaktierten seien an diesem Tag alle selber unterwegs.

Danach startete das Fako-Team einen weiteren Versuch und liess seine Verbindungen zu Schnitzelbänklern in der Stadt spielen. Aber auch dies zeitigte nicht den gewünschten Erfolg. So blieb den Frenkendörfer Fasnächtlern nichts anderes übrig, als den «Schnitzelbankobe» 2020 abzusagen. Mit diesem Entscheid hätten sie sich «extrem schwergetan», denn diese Veranstaltung habe grosse Tradition, so Leuenberger. Aber er könne nicht vertreten, dass sie weiter planten und dann niemand komme. «Das täte meinem Herzen viel mehr weh als zu sagen: Jetzt machen wir mal Pause.»

Gewillt, einen neuen Anlauf zu nehmen

Ob es eine Ausgabe 2021 gibt, dazu wagt der Präsident des Fasnachtskomitees Frenkendorf keine Prognose. Er verspricht aber, dass das Fako ins Dorf hineinhören wird. Wenn es viele Leute gebe, die das Schnitzelbanksingen vermissten, dann seien sie gewillt, einen neuen Anlauf zu nehmen. In welcher Art und Weise, darüber müssten sie noch die Köpfe zusammenstecken. «Wenn wir jedoch feststellen, dass das Interesse komplett fehlt, müssen wir halt einen ganz dicken Schlussstrich ziehen», sagt Simon Leuenberger.