Schöner flanieren
Schönheits-OP für die Rheinpromenade

Der Rhein soll künftig noch mehr zum Flanieren einladen: Die zwei Kilometer lange Kleinbasler Rheinuferpromenade soll in den nächsten Jahren nach den Plänen der Landschaftsarchitekten Hager aus Zürich komplett aufgefrischt und belebter werden.

Yen Duong
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Das Siegerprojekt «rhein schauen» sieht breite Treppenabschnitte an der Böschung und Kiesstrände vor. Fotos: ZVG/BVD

Das Siegerprojekt «rhein schauen» sieht breite Treppenabschnitte an der Böschung und Kiesstrände vor. Fotos: ZVG/BVD

Gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Staubli Kurath & Partner aus Zürich und Kontextplan aus Bern haben sie den Wettbewerb für die Erneuerung der Kleinbasler Rheinpromenade gewonnen.

Die Jury – unter anderem bestehend aus Tourismusdirektor Daniel Egloff und Vertretern der Vereine Neubasel und Kulturstadt Jetzt sowie WWF Region Basel – entschied sich einstimmig für das Projekt der Landschaftsarchitekten Hager.

Diese hatten im Übrigen bereits den Wettbewerb für das geplante Rheinufer St. Johann für sich entschieden. Insgesamt wurden 16 Vorschläge eingereicht. «Das Siegerprojekt überzeugte, weil es am schönsten die Stadt zum Rhein und den Rhein zur Stadt öffnet», meinte der Basler Baudirektor Hans-Peter Wessels gestern vor den Medien.

Das Siegerprojekt mit dem Namen «rhein schauen» sieht von der Solitude bis zur Dreirosenbrücke eine durchgehende Baumallee, breite Treppenabschnitte an der Böschung und Kiesstrände vor.

Vorgeschlagen wird bei der Theodorsanlage ein Schiffs- und Badesteg. Auch beim Schaffhauserrheinweg, wo in den nächsten Jahren mit dem Wegzug des Universitäts-Kinderspitals 85 neue, gehobene Wohnungen gebaut werden, soll eine grosszügige Freizeitzone mit Buvette, Spielplatz, Badeplattform mit Sprungbrett und eine grosse Treppenanlage aus der Taufe gehoben werden.

Baubeginn in drei Jahren

Laut dem Kantonsbaumeister Fritz Schumacher ist das Siegerprojekt spannend – muss aber noch überarbeitet werden. So seien gewisse Sachen, beispielsweise die Treppen-
anlage beim Schaffhauserrheinweg, überdimensioniert. «Das Projekt sieht viele fest installierte Plattformen vor. Hier ist Zurückhaltung geboten, da jede Festinstallation ein Hindernis für andere Nutzungen darstellt», sagte Schumacher.

Nötig wird die Umgestaltung des beliebten Basler Aufenthaltsorts, weil sich der bauliche Zustand der Rheinpromenade in den letzten Jahren stark verschlechtert hat und wegen der Neubauten beim Schaffhau-serrheinweg. Geht alles nach Plan, soll der Ratschlag für die Umgestaltung beim Schaffhauserrheinweg Ende 2011 in den Grossen Rat gelangen. Frühester Baubeginn wäre laut Schumacher in drei Jahren.

Für den unteren Teil zwischen Wettstein- und Dreirosenbrücke sind hingegen erst Gestaltungsvorgaben geplant; wann die Bagger dort auffahren, ist noch unklar. Offen ist auch noch, wie viel die Umgestaltung kosten wird. Schumacher sprach von einem mittleren bis höheren Preissegment.

Damit die Fussgänger die neu gestaltete Rheinuferpromenade beim Schaffhauserrheinweg tatsächlich in vollen Zügen geniessen können, sollen die Parkplätze entlang dem Rhein verschwinden und durch ein Quartierparking ersetzt werden. Der Kantonsbaumeister ist überzeugt: «Der Suchverkehr wird dadurch drastisch abnehmen.»

Alle 16 Projekte sind ab morgen bis 19. Dezember in einer Ausstellung an der Maiengasse 7 zu sehen.