Zwingen
Schreiben ist ihre Leidenschaft und ein Traum, der nun in Erfüllung ging

Marianne Stark hat sich ihren Lebenstraum erfüllt – ein Erstlingswerk mit acht Kurzgeschichten.

Katharina Kilcher
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Marianne Stark hat noch nicht genug: «Ein nächster Roman liegt schon in der Schublade.»Juri Junkov

Marianne Stark hat noch nicht genug: «Ein nächster Roman liegt schon in der Schublade.»Juri Junkov

Juri Junkov/Fotograf

Die Haustüre öffnet sich. Eine schlanke, sympathische und überaus vitale Frau bittet herein. Sie holt etwas zu trinken, setzt sich, fährt sich kurz durch die Haare, dann gibt die 77-Jährige lachend zu: «Ich habe mir ein Herz gefasst und gedacht, jetzt wage ich es einfach und suche einen Verlag.»

Den letzten Kick hat ihr die kanadische Autorin Alice Munro gegeben. Diese erhielt 2013 mit über 80 Jahren den Literaturnobelpreis. Marianne Stark hat schon immer fürs Leben gerne geschrieben, als junge Frau vorwiegend Gedichte. Da ihr Ehemann seit einigen Jahren krank ist und sich abends früh hinlegt, hat sie wieder mehr Musse und kommt so regelmässiger zum Schreiben. «Meine Fantasie umzusetzen war ein schwieriger Prozess», gibt sie zu.

«Ich schreibe oft im Kopf»

Herausgekommen ist ein unterhaltsames und spannendes Buch. Ihre acht Kurzgeschichten auf 135 Seiten sind teilweise Erinnerungen aus ihrem Leben, kleine Geschichten über Naturerlebnisse oder auch spannende Kriminalgeschichten. Etwa die Titelgeschichte «Wiedersehen macht Freude», in welcher ein Mädchen aus einer wohlhabenden Hamburger Familie entführt wird. Marianne Stark hebt in jeder ihrer Erzählungen das Positive hervor. Schmunzelnd gibt sie preis: «Die Geschichten schlummern in mir, oft schreibe ich im Kopf. Ein nächster Roman liegt schon in der Schublade.»

Geboren ist Stark in Norddeutschland. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in der Lüneburger Heide. Deshalb ist sie auch sehr naturverbunden und mag Gänse. Zwei Exemplare hält sie als Haustiere, und wie auf Kommando hört man ihr lautes Schnattern. Marianne Stark beobachtet sehr gerne Menschen, und dann beginnt ihre Einbildungskraft zu spielen. «Als Kind hatten wir fast kein Spielzeug, wir waren oft im Wald. Diese Zeit beflügelte sicher auch meine Erfindungsgabe.»

Stets positiv denkend

Als Kind musste sie vor den Bomben des Zweiten Weltkriegs in den Keller flüchten. Damals war sie acht Jahre alt. Hungern musste sie nicht, weil ihre Eltern quasi Selbstversorger waren. Obwohl Stark einige Schicksalsschläge einstecken musste, hat sie ihre Lebensfreude nie verloren. «Ich glaube an das Gute in den Menschen und bin der Meinung, das Ende einer Geschichte muss immer positiv sein.»

1960 kam sie in die Schweiz und lernte ihren Ehemann, den aus Zwingen stammenden Walter Stark, kennen. Die beiden sind über 50 Jahre verheiratet und haben drei erwachsene Kinder. Marianne Stark ist eine natürliche und authentisch wirkende Persönlichkeit und lässt immer wieder ihren feinen Sinn für Humor aufblitzen.

Das Buch kann man bestellen via Internet beim Asaro-Verlag, www.asaro-
verlag.de; ISBN: 978-3-95509-055-5, 11.90 Euro oder 15 Franken.