Neues Schulhaus
Schüler trotzen den Bauabsperrungen in Allschwil

In Allschwil war der Montag für alle Primarschüler und Lehrer im Schulhaus Gartenhof ein besonderer Tag: der erste im 70-Millionen-Neubau.

Julia Gohl
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Im Gartenhof hat der Betrieb gestartet, obwohl auf dem Pausenhof noch Bauabschrankungen stehen.

Im Gartenhof hat der Betrieb gestartet, obwohl auf dem Pausenhof noch Bauabschrankungen stehen.

Martin Toengi

Im Schulhaus Gartenhof in Allschwil war es irgendwie für alle ein erster Schultag – nicht nur für die gut 100 Schüler, die in die erste Klasse kamen, sondern auch für die 340 weiteren Schüler sowie ihre 50 Lehrkräfte. Denn der Gartenhof wurde gerade erst fertiggestellt, wurde noch nicht einmal offiziell eingeweiht. Wer vorher zum Beispiel das Schulhaus Gartenstrasse besuchte, ist neu im Gartenhof untergebracht. «Deswegen haben wir auch diese Kinder speziell begrüsst und empfangen», sagt Schulleiter Stefan Beck. Nach der Begrüssung durch die Schulleitung wurden die Kinder mit dem «Erstklasslied» und einem Spalier aus Sonnenblumen willkommen geheissen.

Die Zeit für die Erstellung des neuen Schulhauses war äusserst knapp bemessen. Erst am 9. Juni 2013 sagte die Allschwiler Bevölkerung Ja zu dem rund 70 Millionen Franken teuren Bauprojekt. Gut ein Jahr später war Spatenstich, blieben also knapp zwei Jahre für die Bauarbeiten. Das wurde auch von der Gemeinde immer wieder als «sportlicher Zeitplan» bezeichnet. Aber er ging auf. «Das Schulhaus sowie das Hallengebäude und der Schulhof sind fertiggestellt», versicherte Stefan Beck gestern. «Laut Bauleitung werden lediglich die Montage des Klettergerüstes, des Wasserspiels und kleinere kosmetische Arbeiten in den Aussenanlagen bis Ende August 2016 durchgeführt.»

Das erklärt auch die Bauabsperrungen, die noch auf dem Pausenhof stehen. Dort entsteht das Klettergerüst. «Die letzten zwei Wochen haben alle Lehrpersonen des Gartenhofs mit viel Liebe und viel Engagement sämtliche Zimmer eingeräumt und das Schulhaus für diesen Empfang vorbereitet. Und auch die Bauleute haben diese Arbeit in einvernehmlicher Kooperation und Sorgfalt unterstützt», erzählt Beck.

«Zu teuer und zu gross»

Die Bevölkerung entschied sich 2013 mit 55,6 Prozent Ja-Stimmen relativ deutlich für den Neubau. Das heisst jedoch nicht, dass es keinen Widerstand gab. Knapp sechs Wochen vor der Abstimmung formierte sich etwa das Komitee «Nein zum neuen Schulhaus». Dieses bestand aus Mitgliedern von BDP, EVP, GLP und den Grünen. Einige von ihnen hatten sich schon im Einwohnerrat gegen das Projekt starkgemacht. Das Komitee warb damals mit der Begründung für ein Nein, das «Mammut-Projekt» sei zu gross, zu teuer und pädagogisch zu wenig durchdacht. Dies würde auch zu einer Steuererhöhung führen, warnten sie. Vergangenen Dezember stellte der Gemeinderat tatsächlich eine Steuererhöhung zur Debatte, sie wurde vom Einwohnerrat allerdings abgelehnt.