Wettbewerb
Schüler vom Gym Oberwil erhalten Preis für Hirngespinste

Caipirinhas schlürfen am Strand von Basel, ein Schloss im Nirgendwo: Oberwiler Gymnasiasten hauchen Basel neues Leben ein. Die kreativen Projekte der Klasse 4h am Gymnasium Oberwil wurden in einem landesweiten Wettbewerb ausgezeichnet.

Jeremias Schulthess
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Der Gymnasiast Timo Paris will das Dorenbach-Center in Binningen etwas farbiger gestalten. Drei ältere Damen bestaunen das Werk
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So trist sieht es heute aus. Ein paar Farbtupfer könnten da nicht schaden.
Barracken und Kaffehaus-Kultur für den Platz neben den Kleinhüninger Silos. Dort lässt sich entspannt im Internet surfen und Kaffee schlürfen.
Abfall-Schutt und viel Dreck: Das ist der Zustand, der im Moment vorherrscht.
Eine Buvette am Klybeck-Quai: Das ist die Idee von Vincent Schneider. Es könnte ein neuer "Place-to-be" werden, sagt Schneider.
Es war wohl früher ein Stellwerk-Häuschen. Heute ist es unbenutzt.
Wohnzimmer-Atmosphäre im Hinterhof: Beim Schulprojekt am Gym Oberwil gab es nichts Undenkbares.
Eigentlich ist der Hinterhof kein Ort, an dem man länger als fünf Minuten verweilen möchte.
Auf dem Dreispitz-Areal gibt es vielseitige Möglichkeiten, etwas zu verändern.
Oder man stellt das Gebäude einfach in eine ganz andere Umgebung. So stellt es Lito Zambounis in ihrem Projekt vor.
Auf dem Hafenareal in Kleinhüningen könnte man auch so einiges verändern. Nathalie Gallus plant eine Wendeltreppe, die auf eines der Silos führt.
So sehen die beiden Silos heute aus. Urabane Kunstlandschaften finden sich bereits in Form von Graffitis.
Ein unscheinbares Büro-Gebäude in Allschwil.
Daraus macht Emily Stoffel ein interessantes Gebilde in der Wüste. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Ein Lagerhaus auf dem Dreispitz...
...wird umfunktioniert zu einem Haus am See. Hier möchte man eher einziehen als ins bisherige Lagerhaus.
Caipirinhas schlürfen am Strand von Basel, ein Schloss im Nirgendwo: Oberwiler Gymnasiasten hauchen Basel neues Leben ein
Das sieht Miriam Kalt in einer industriellen Beförderungsanlage.
Rätsel gelöst: Hier parkt Batman sein bekanntes Batmobil. Yannick Kron macht aus einem unscheinbaren Lager am Dreispitz ein wohnliches Haus.
So sieht das Lager auf dem Dreispitz eigentlich aus. Wer weiss: Vielleicht wohnt Batman wirklich hier...
Caipirinhas schlürfen am Strand von Basel…
…eine gute Alternative zur heutigen Industrie-Landschaft auf dem NT-Areal

Der Gymnasiast Timo Paris will das Dorenbach-Center in Binningen etwas farbiger gestalten. Drei ältere Damen bestaunen das Werk

Zur Verfügung gestellt

Nasskalte Einkaufszentren, verrottete Hinterhöfe, abstossende Industrie-Bauten. Daraus sollten beschauliche Fleckchen entstehen. Von «UnOrten zu InOrten» war das Thema eines landesweit ausgeschriebenen Schulwettbewerbs.

In der Siegergruppe landete die Klasse 4h des Gymnasium Oberwil. Die Schüler zeigten viel Kreativität und setzten ihre Ideen am Computer um. Aus unscheinbaren Orten in der Region bastelten sie eine fantasievolle Welt und erhielten eine neue Perspektive auf ihre Umwelt.

Die Jury zeigte sich beeindruckt von den Ideen der Oberwiler Gymnasiasten, meint Urs Rietmann, der die Arbeiten bewertete. Es sei keine normale «Klassenarbeit», vielmehr ein «professioneller Umgang mit Bildbearbeitungsprogrammen», die die Klasse an den Tag legte.

Das Kindermuseum Creaviva in Bern hatte den Wettbewerb ausgeschrieben. Es ist eine Kreativwerkstatt, die unter anderem von der Mobiliar gesponsert wird. Creaviva-Leiter Rietmann möchte Kindern und Jugendlichen Kunst und Kreativität näher bringen. Er will ihnen «einen kreativen Schlüssel zur Welt geben». Und dazu werden regelmässig Veranstaltungen, Workshops und eben Wettbewerbe organisiert.

Mit Fantasie und Photoshop

Aus der ganzen Schweiz sendeten Schulklassen ihre kreativen Projekte ein. In Wetzikon produzierte man beispielsweise einen Film als Wettbewerbsbeitrag. Die Aussage war: «InOrte» sind immer dort, wo man netten Menschen begegnet. Sie drehten also einen Film zum Thema Liebe.

In Biel beliess es eine Klasse nicht bei den theoretischen Vorschlägen. Sie malten ihren Schulhof an und setzten so ihre Ideen in die Tat um.

Die Oberwiler Klasse, die den Schwerpunkt Bildnerisches Gestalten (BG) belegt, zeigte ein breites Spektrum an Visualisierungen. Der BG-Lehrer Samuel Aggeler hat die «Herangehensweise mit Photoshop gereizt». Er wollte seine Schüler für Architektur sensibilisieren und ihnen ein Bildbearbeitungsprogramm am Computer näherbringen. Der Wettbewerb kam dazu wie gerufen. Dass es dann gleich für einen Sieg reichte, macht Aggeler besonders stolz.

Der Fantasie der Schüler waren keine Grenzen gesetzt. Neben fantasievollen Hirngespinsten entstanden realistische Kompositionen . So beispielsweise die Umsetzung von Vincent Schneider. Er suchte sich ein verlassenes Stellwerkhäuschen am Klybeck-Quai und funktionierte dieses zu einem Café um. Daraus wurde ein beschaulicher «Place-to-be», der an eine Buvette an der Rheinpromenade erinnert.

Andere Projekte beschäftigten sich mit dem Industrieareal auf dem Dreispitz. Eine Schülerin fand, ein dortiges Hochhaus passe besser auf eine Wiese in der Natur – vielleicht lassen sich andere dadurch inspirieren.