Laufen
Schwacher Euro trumpft im Stedtli ganz stark auf

52 Cliquen, Guggenmusiken, Gruppen und Einzelmasken paradierten im Stedtli durch dichte Reihen. «Luege - lose - z' Laufe» heisst das diesjährige Fasnachts-Motto und lockte viele Zuschauer an den sonntäglichen Umzug.

Roland Bürki
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Fasnacht 2012 in Laufen

Juri Junkov

Von «überwachen» ist im Fasnachts-Motto nicht die Rede. So stehen rund ums überwachende Stadthaus die Zuschauerreihen so dicht wie eh und je. Einzig der Pfaffebergler, ein sicherer Einzelmaskenwert in Laufen, rät zur Vorsicht: «Bhaltet jo d Larve aa, sunscht chömmed dr bim Observieren o no draa!»

Sein elektronisches Überwachungsauge späht unablässig rundum, während eine Minidrohne unverhüllte Köpfe fotografiert. Ebenfalls observiert haben die Spoodzünder den Wahlplakatesalat in der Region. Die «druurige Dröpf» statt «clevere Köpf» lassen nur einen Schluss zu: «Schweizer wählen Spoodzünder!» Selbst ein Baader gesteht auf seinem Konterfei: «Ich hab' ausgebaadet.»

Der Euro als Topsujet

Das eigene «Schlafhauben-Stedtli» nehmen gleich fünf Wagen aufs Korn: Die Stedtlistürmer, Millenium-Waggis, Dörli-Spränger, Ysfäger und Gaudi Buebe können es nicht fassen, dass Frau Bos nach 22 Uhr ihre Ruhe haben will; «Laufe, d Geischterstadt zum Penne», sagen sinngemäss d Ysfäger. Auch die Musikanten der Gugge Nasegrübler befürchten als bronzene «Schwoobe-Chäfer», dass dadurch die Beizen reihenweise sterben und ihnen bald das letzte Brot ausgeht.

Der Euro mauserte sich zum Topsujet: Ob Griechenland, «Merkozy» oder der Einkauf in badischen Landen, immer wieder steht das Eurozeichen im Mittelpunkt. Der Stamm der Pfluderi Fäger, der einzigen Clique mit Pfeifern und Tambouren, sinniert auf Laterne und «Zöödel» nach, ob man sich mit dem Einkauf im «Dütsche» nicht zum Narren mache. Dennoch liest man entsprechend ihrem Narrenkostüm auf der Laterne: «Im Dütsche isch dr Wyy so billig, doo wird dr letschti Narr no willig.»

Biene Maja und Willi

Auch die GaggEi-Waggis haben den Einkauf «bi de Schwoobe» observiert und Tröstliches festgestellt. Die Schweizer haben nämlich auch einen Geldbeutel mit Fränkli - «für's täglich Brot und zum s Auti z'tangge».

Die Stedtli Ruechä fahren als blindwütige griechische Eurofresser im klassischen Tempel auf, während die Chaoten Waggis wissen, wie man Hellas ohne Navi findet: «Hesch kei Gäld und schlächte Wyy, denn chasch nur in Griecheland syy.»

Die Sujets erschöpfen sich mit dem Euro keinesfalls. Die gelbschwarzen Bienen Maja und Willi der Gugge Birsgugger bringen mit ihrem rassigen «San Carlo» so etwas wie den Frühling ins Stedtli. Und tatsächlich wagt sich die Sonne hinter den Wolken hervor und verleitet die Schmetterlinge der Wälle Schletzer, einer Gugge, zum gymnastischen Schmetterlingsballett. Auch die verschieden kleinen bis ganz grossen Windräder im Umzug können nicht verhindern, dass dem GRESSlichen Xamaxchef auf dem Kreml-Wagen der Birsbettrammler der Pfuus ausgeht.