Gebäudeversicherung
Schwere Unwetter belasten Rechnung der Gebäudeversicherung

Die Schadensumme von 2016 ist die zweithöchste der vergangenen zehn Jahre. Schuld sind insbesondere Überschwemmungen.

Simon Tschopp
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Sven Cattelan, neuer Direktor der Gebäudeversicherung.

Sven Cattelan, neuer Direktor der Gebäudeversicherung.

Simon Tschopp

42,1 Millionen Franken musste die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung (BGV) letztes Jahr für Schäden aufwenden. Das ist der zweithöchste Wert seit 2007, als mit den Unwettern im Laufental ein fast doppelt so hoher Betrag zu Buche geschlagen hat.

Voriges Jahr verursachten allein vier Überschwemmungsereignisse im Mai und Juni sowie ein Sturm im Februar Schäden von über 20 Millionen. «Wir tragen das mit Fassung», erklärte an der gestrigen Medienkonferenz Bernhard Fröhlich, der nach 22 Jahren als BGV-Direktor auf Anfang Januar das Zepter an Sven Cattelan übergeben hat.

Deckungslücke bei Reserven

Wegen der hohen Belastung resultierte 2016 ein Betriebsverlust von 12,5 Millionen Franken. Nur dank Renditen aus Kapitalanlagen von 17,2 Millionen konnte ein Gewinn von 1,7 Millionen Franken erwirtschaftet werden. Deshalb stiegen die Ist-Reserven nur minimal auf 641 Millionen. Weil der Soll-Bestand mit 773 Millionen Franken beziffert wird, besteht derzeit eine Deckungslücke von 132 Millionen. Dies ist für die BGV-Direktion allerdings nicht alarmierend.

Auf Anfang 2018 soll das vom Landrat verabschiedete Gesetz über die Prävention von Schäden durch Brand- und gravitative Naturgefahren (BNPG) in Kraft treten. Das sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, meint Fröhlich, macht jedoch kein Hehl daraus, dass bei ihm nur «mittlere Zufriedenheit» herrscht.

Er hätte gerne auch den Hagel, eines der grössten meteorologischen Risiken in der Region, im Gesetz verankert gesehen, was jedoch nicht geschah. Die Wirkung des BNPG ist eine langfristige. «Wir reden von Neubauten», betont Bernhard Fröhlich.

«Routine kommt hoffentlich nie»

Die Gebäudeversicherung dient künftig in Baubewilligungsverfahren als Präventionsfachstelle für Naturereignisse und Brandschutz für Kanton und Gemeinden und formuliert ihre Stellungnahmen, die Auflagen enthalten kann. Dies entlastet den Kanton, dafür muss die BGV ihr Personal um vier bis sechs Mitarbeitende aufstocken.

Für den neuen BGV-Chef Sven Cattelan, zuvor jahrelang in führenden Positionen bei Privatversicherungen tätig, «ist es eine Freude, ein KMU zu übernehmen, das funktioniert und finanziell gesund ist und bei dem Auftrag und Herausforderungen klar sind».

So was habe er in seinen vorigen Funktionen nicht erlebt. Cattelan verspricht einen partizipativeren Führungsstil. Neu sei für ihn im weitesten Sinn das politische Umfeld und seine «hoheitliche Aufgabe» im Kanton Baselland. Und das sei eine Herausforderung.

Sven Cattelan stehen mehrere Herausforderungen in jedem Bereich bevor: Brandschutz und Elementarschadenprävention, Feuerwehr- sowie Versicherungswesen. Auf die Frage, nach wie vielen Amtsjahren die Routine einsetze, antwortet er: «Die Routine kommt hoffentlich nie.»

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