Verkehr
Seit heute rollt der Verkehr über die neue Zwingner Brücke

Heute wird die neue Brücke über die Birs in Zwingen dem Verkehr übergeben. Am Samstag wurde sie feierlich eingeweiht. Die Brücke ist das grösste Bauprojekt, welches der Kanton Baselland im Laufental verwirklicht hat.

Thomas Immoos
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Gemeinsam übergeben Gemeindepräsident Benno Jermann, Baudirektorin Sabine Pegoraro, Bauleiter Ivo Kaufmann sowie der kantonale Strassenbauinspektor Urs Hess (v.l.) die neue Birsbrücke ihrer Bestimmung.

Gemeinsam übergeben Gemeindepräsident Benno Jermann, Baudirektorin Sabine Pegoraro, Bauleiter Ivo Kaufmann sowie der kantonale Strassenbauinspektor Urs Hess (v.l.) die neue Birsbrücke ihrer Bestimmung.

Thomas Immoos

Kurz vor 14 Uhr bimmelten die Glocken der Dorfkirche von Zwingen. Der Glockenklang galt aber einer Hochzeit und nicht der Einweihung der neuen Brücke über die Birs. Weder Ölflecken noch Bremsspuren «verunstalteten» das in hellem Beton strahlende Bauwerk.

Baudirektorin Sabine Pegoraro erinnerte in ihrem Grusswort daran, dass dies bereits die dritte Birsbrücke sei, die seit der Aufnahme des Laufentals in den Kanton Baselland eingeweiht werde. Nachdem die Erste in Bärschwil mit dem Kanton Solothurn erstellt worden sei, geschah dies bei der Zweiten in Grellingen im Alleingang. Ebenso bei der nach knapp zweijähriger Bauzeit erstellten dritten Brücke in Zwingen. Die vierte Brücke – in Laufen – sei überdies bereits in Planung. «Der Kanton entwickelt sich zum Brückenbauer – im wirklichen und im übertragenen Sinn, sagte Pegoraro.

Lichtsignalanlage entfernt

Die Zwingner Birsbrücke sei das bislang grösste Bauprojekt, welche der Kanton Baselland im Laufental verwirklicht habe. Die kostete rund 15,6 Millionen Franken. Als bauliche Besonderheit erwähnte Pegoraro, dass ein Teil des Kreisels in die Brücke integriert worden sei, sodass sich die Brücke Richtung Kreisel verbreitere. Durch das Bauwerk entfalle die bisherige Lichtsignalanlage. Zudem erwarte man durch den Kreisel einen flüssigeren Verkehr und kürzere Wartezeiten. Für die Fussgänger und Velofahrer gebe es eigene Verkehrsflächen.

Als Gemeindepräsident äusserte Benno Jermann Genugtuung über die zu erwartende Entlastung und der Aufwertung des Dorfkerns. Trotzdem dürfte der Durchgangsverkehr für Zwingen nach wie vor eine Belastung darstellen. Deshalb erwarte die Gemeinde weiterhin Unterstützung durch den Kanton, wenn es darum gehe, hier Abhilfe zu schaffen.

Nach den eher feierlichen Worten wartete der kantonale Strassenbauinspektor Urs Hess mit einigen Zahlen auf: Die Spannweite der Brücke beträgt 31 Meter, die Breite 14 Meter. Zudem ist die Brücke vier Tonnen schwer und 1400 Kubikmeter Beton wurden darin verbaut.

Bevölkerung erleichtert

Die Zwingner Bevölkerung zeigte sich erleichtert, dass nun die neue Brücke eingeweiht wurde. Sie erwarten eine Entlastung vom starken Verkehr; von einer Befreiung vom Durchgangsverkehr wagen sie nur zu träumen. Trotzdem wollte sich niemand die Festfreude verderben lassen. «Heute weihen wir die Brücke ein, der Rest wird sich ergeben», meinte einer.

Die Bauarbeiten sind noch nicht beendet. Ab November wird die alte, fünfzigjährige Brücke abgebrochen und eine neue Stützmauer erstellt. Danach werden die Arbeiten an der Strasse Richtung Laufen abgeschlossen.