Liestal
Sicherheitsprogramm Via Sicura will die Raser dort treffen, wo es weh tut

Via Sicura Polizei und Staatsanwaltschaft Baselland beschlagnahmten am Montag die zwei Luxuswagen eines Unbelehrbaren, der ohne Führerschein stetig weiterfuhr. Viermal wurde der 23-jährige Schweizer Mann dieses Jahr ohne Billett erwischt.

Michael Nittnaus
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Solch eine Luxuskarosse befand sich im Besitz des 23-Jährigen: ein Audi R8.

Solch eine Luxuskarosse befand sich im Besitz des 23-Jährigen: ein Audi R8.

bz

Es ist einer dieser Fälle, den viele mit einer gewissen Genugtuung zur Kenntnis nehmen werden: Ein 23-jähriger Baselbieter musste am Montag seine beiden Luxuswagen - einen schwarzen Audi R8 4.2 und einen grauen BMW 740 - der Polizei übergeben.

Der junge Mann war dieses Jahr viermal wegen Fahrens ohne Führerschein verzeigt worden, davon allein dreimal zwischen dem 2. und 10. August. Dieser war ihm noch als Junglenker erst entzogen und dann annulliert worden, als er 2011 und 2012 je einmal «mit deutlich übersetzter Geschwindigkeit» erwischt worden war, wie Polizeisprecher Meinrad Stöcklin auf Anfrage sagte.

Der Führerschein bleibt nun bis Ende September 2014 annulliert. Erst danach kann der Mann versuchen, einen neuen zu beantragen. Stöcklin: «Dazu braucht er jedoch ein positives verkehrspolizeiliches Gutachten und eine entsprechende Beurteilung.»

Ob er seine beiden Autos wiederbekommt, entscheide das Gericht. «Aus polizeitaktischen Gründen» nicht äussern möchte sich Stöcklin, ob der 23-Jährige nun unter besonderer Beobachtung steht, sollte er erneut versuchen, sich ans Steuer eines Autos zu setzen.

Dass die Polizei - nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft (Stawa) - überhaupt Wagen beschlagnahmen kann, liegt am ersten Massnahmepaket des Verkehrssicherheitsprogramms «Via Sicura» des Bundes, das seit Anfang Jahr in Kraft ist.

Möglich ist die Beschlagnahmung unter anderem dann, wenn die Sicherheit von Menschen gefährdet ist. Thomas Lyssy, Sprecher der Baselbieter Stawa: «Es geht quasi darum, dem Täter sein Tatmittel zu entziehen.»

In Baselland habe es 2013 bereits mehrere solcher Fälle gegeben, wobei die Stawa keine Zahlen nennt. Ob die Massnahme einen präventiven Effekt auf chronische Raser habe, diese also abschrecke, könne noch nicht beurteilt werden. Lyssy sagt aber immerhin: «Es ist davon auszugehen, dass es nicht wirkungslos bleibt.»