FDP
Sie steigerte gezielt ihre Bekanntheit

Im Landrat möchte Ruth Janzi für ein besseres Gleichgewicht zwischen Kanton und Gemeinden sorgen.

Michel Ecklin
Merken
Drucken
Teilen
Ruth Janzi kandidiert zum dritten Mal für den Landrat.

Ruth Janzi kandidiert zum dritten Mal für den Landrat.

Kenneth Nars

Auf ihre Wahlchancen angesprochen, gibt sich Ruth Janzi bescheiden: «Ich sehe meine Rolle darin, in Frenkendorf für die FDP Stimmen zu sammeln.» Aber nur Listenfüllerin ist sie nicht. Man kann ihre Kandidatur für den Landrat sogar als weiteren Schritt auf ihrer politischen Karriereleiter sehen. Bereits zum dritten Mal kandidiert die 57-Jährige für den Landrat. «Beim ersten Mal hatte ich wenig Ahnung von Politik», sagt sie. Doch das änderte sie bewusst. Als sie vom Oberbaselbiet nach Frenkendorf zog, trat sie allen Vereinen im Dorf bei. Hilfreich war auch, dass ihr Mann lange im Frenkendörfer Gemeinderat sass. «Und wir hatten lange einen Hund, beim Spazieren kam ich mit vielen Leuten ins Gespräch.»

Einzige Frau auf der Liste

So hat sie mit der Zeit in verschiedenen Kreisen viele Bekanntschaften schliessen können. Darum überrascht es wenig, dass sie vor drei Jahren in den Gemeinderat gewählt wurde. «Man kennt mich in Frenkendorf, ich habe einen Leistungsausweis», sagt sie. «Inzwischen grüssen mich Leute auf der Strasse, deren Namen ich gar nicht kenne.» Ein klein bisschen setzt sie zudem auf den Frauenbonus. Denn alle übrigen sieben Kandidierenden auf der FDP-Liste des Wahlkreises Pratteln sind Männer, «leider», wie sie betont.

Die Neujahrszeit nützte Janzi, um sich an Apéros zu zeigen. Dem 8. Februar schaut sie gelassen entgegen: «Ich nehme die Wahl so, wie sie kommt.» Und falls sie tatsächlich gewählt wird? Dann hat sie bereits einige Vorstellungen davon, was sie im Landrat bewegen könnte. Entsprechend ihrem Geschäftsbereich im Frenkendörfer Gemeinderat, interessiert sie sich für Bildung. «Die Kosten laufen aus dem Ruder», ist sie überzeugt. Es dürfe doch nicht sein, dass die Gemeinden immer alles zahlen müssten. Der Kanton müsse überall sparen, da solle die Bildung ihren Teil beitragen. Überhaupt ist ihr das Gleichgewicht zwischen Gemeinden und Kanton ein Anliegen. Als Gemeinderätin erschrickt sie manchmal, wie der Kanton Befehle erteile und erwarte, dass die Gemeinden folgten. Gleichzeitig plädiert sie für ein gemeindeübergreifendes Denken in Regionen. Als ehemalige Bewohnerin des Oberbaselbiets, die jetzt in Basel arbeitet, sieht sie sich durchaus als Vermittlerin zwischen den Kantonsteilen.

Lokale Bekanntheit, fundierte Kenntnisse eines Dossiers, grenzübergreifendes Denken – Janzi kann den Stimmbürgern einige Trümpfe präsentieren. Deshalb ist es durchaus realistisch, wenn sie voraussagt: «In Frenkendorf hole ich auf der FDP-Liste am meisten Stimmen.»

517 Personen kandidieren bei den Wahlen am 8. Februar neu für den Landrat. Die bz stellt für jeden der zwölf Wahlkreise je eine Person vor, deren Kandidatur ins Auge sticht. Die Porträtierten wurden von der Redaktion ausgewählt.