Regierungsrat
Sieger Weber zur neuen Regierung: «Das ist die ideale Zusammensetzung»

Wahlsieger Weber erklärt seinen Sieg mit der besseren Mobilisierung der Wähler. Er sieht sich als Generalist und fühlt sich bereit für alle Direktionen. Mit der Wahl der SVP seien die Stärkeverhältnisse in der Regierung nun korrekt abgebildet.

Leif Simonsen
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Thomas Weber als strahlender Sieger beim Interview.

Thomas Weber als strahlender Sieger beim Interview.

Martin Töngi

Thomas Weber, Sie ziehen mit 4000 Stimmen Vorsprung vor Eric Nussbaumer in die Regierung ein. Worauf führen Sie diesen deutlichen Vorsprung zurück?

Thomas Weber: In erster Linie darauf, dass ich die Wähler mobilisieren konnte. Das Lager meines Gegners Eric Nussbaumer konnte seine Anhänger im ersten Wahlgang besser motivieren - dies gelang uns im zweiten besser. Ich war sehr präsent und absolvierte in den letzten 130 Tagen 170 Events im ganzen Kanton. Und im direkten Kontakt mit den Menschen hatte ich stets gute Rückmeldungen. In den persönlichen Gesprächen konnte ich auch die Vermutungen entkräften, wonach ich als SVPler ein Wolf im Schafspelz sei. Offensichtlich kamen die Wähler zum Schluss, dass ich doch eher ein Schaf bin.

Haben Sie mit einem derart deutlichen Ergebnis gerechnet?

Nein, ich bin von einem sehr knappen Resultat ausgegangen. Trotzdem habe ich in der letzten Nacht gut geschlafen, was vielleicht mit der guten Flasche Wein zu tun hatte, die ich gestern noch aufgemacht hatte. Als ich heute morgen zu meinen Schafen schaute (Thomas Weber ist nebenbei Schafzüchter; d. Red.), hüpften mir schon die Lämmer entgegen, als ahnten sie etwas.

Welche Rolle spielte die zuletzt geschlossene bürgerliche Wahlallianz?

Eine grosse. Ich sehe das Ergebnis auch als Bestätigung dafür, dass die bürgerlichen Parteien die Kooperation statt die Konfrontation suchen. Das sollte uns für die Zukunft eine Lehre sein. Die Kooperation hat bis auf Sektionsebene gefruchtet, wo die Bürgerlichen in vielen Gemeinden zum ersten Mal zusammengearbeitet haben. Einen Einfluss dürfte aber auch der Tod des CVP-Regierungsrats Peter Zwick gehabt haben, der kurz vor dem ersten Wahlgang verstarb. Dies wirkte sich aber erst auf den zweiten Wahlgang aus. Bei den zwei Vakanzen, die durch bürgerliche Regierungsräte entstanden sind, konnten sicher auch mehr bürgerliche Wähler mobilisiert werden.

Übernehmen Sie nun die Direktion des abtretenden Finanzdirektors Adrian Ballmer?

Die Direktionsverteilung wird Sache des Regierungsgremiums sein, wenn es wieder komplett ist - also voraussichtlich nach dem 9. Juni. Ich bereite mich mental auf alle Direktionen vor - ich sehe mich als Generalist, der sich überall einarbeiten kann.

Wird sich die SVP nun mit diesem Sitz zufriedengeben oder greift sie bei der nächsten Gesamterneuerungswahl 2015 einen zweiten Sitz an?

Mein Ziel war es, wieder die fünf wichtigsten Kräfte in der Regierung zu vereinen. Wenn die SVP nun wieder dabei ist, dann sind die Stärkeverhältnisse korrekt abgebildet. Was aber die Strategie für die Jahre 2015 oder 2019 sein wird, darüber kann ich noch nichts sagen. Jetzt schon auf eine SVP-Doppelvertretung zu pochen, halte ich nicht für zielführend.

Also glauben Sie, dass die Regierung jetzt ideal zusammengesetzt ist?

Wenn wir davon ausgehen, dass der CVP-Kandidat Anton Lauber im Juni in die Regierung gewählt wird, dann ist das die ideale Zusammensetzung. Eine solch ausgewogene Regierungszusammensetzung beschleunigt schliesslich auch den Betrieb. Wenn alle politischen Kräfte in der Regierung vertreten sind, dann gibt es im Parlament weniger Widerstände wie etwa Rückweisungsanträge, die unnötigen Zeitverlust bedeuten.

Sie haben einen harten Wahlkampf geführt. Schlafen Sie morgen zur Feier mal wieder aus?

Ich stelle den Wecker erst auf acht Uhr. Spätestens dann zieht es mich wieder zu meinen Tieren, die auf ihr Futter warten. Gearbeitet wird aber auch am Nachmittag: Ich habe nämlich eine Kommissionssitzung im Landrat.