Farnsburg Brauerei
Sissach hat jetzt ein eigenes Bier

Das erste Farnsburger Bier, ein unfiltriertes Naturblondes, ist erst ab Rampe und noch nicht im Detailhandel erhältlich. Der Rampenverkauf findet jeweils Donnerstags, freitags und samstags statt.

Lucas Huber
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Prost: Braumeister Ludwig Stranzky zwickelt ein Bier aus dem Lagertank.

Prost: Braumeister Ludwig Stranzky zwickelt ein Bier aus dem Lagertank.

Lucas Huber

Während heute in München das 183. Oktoberfest zu Ende geht, beginnt in Sissach die Geschichtsschreibung punkto Bier neu. Vergangenen Freitagabend nämlich zapfte Ludwig Stranzky, Braumeister der Farnsburg Brauerei AG, das erste Farnsburger Bier, ein unfiltriertes Naturblondes.

Nein, er zapfte es nicht: Er zwickelte es direkt aus dem Lagertank – für eine Handvoll Investoren, den Verwaltungsrat, die Sissacher Behörden, die eingeladenen Medien.
Es gab Zeiten, da stand dieser Moment in der Schwebe.

Es waren Zeiten des Unmuts und der Standortsuche, der Defizite und Niederlagen. Doch als die nagelneue Brauanlage im vergangenen Juli an die Hauptstrasse 11 geliefert wurde und man mit Braumeister Stranzky einen ausgewiesenen Fachmann mit grosser Erfahrung im Aufbau junger Brauereien präsentierte, war die Frage nach dem Ob vergessen, und es blieb lediglich das Wann?

Und natürlich: Wie würde es schmecken, das neue alte Bier aus Sissach, das es unter dem Namen Farnsburger bis 1907 tatsächlich gegeben hatte, wenn auch in Gelterkinden? Nun sind diese Fragen beantwortet.

Ludwig Stransky: Ein Österreicher in Sissach

Österreich, Japan, Schweiz, Österreich, Schweiz: Das sind die Stationen des Ludwig Stranzky, seit April Braumeister der Brauerei Farnsburg. Der 49-jährige Österreicher war massgeblich am Aufbau der Brauereien «Burgdorfer Bier» und «Öufi Bier» in Solothurn beteiligt.

Die letzten zwölf Jahre leitete er eine Brauerei in Tirol. In Sissach produziert er pro Sud 2000 Liter Bier nach eigener Rezeptur. Mit Lagerkapazitäten von 16 000 Litern und einer Abfüllanlage mit einem Durchlauf von 3000 Flaschen pro Stunde ist das Unternehmen produktionsseitig für einen erfolgreichen Geschäftsgang gewappnet. Die rund 750 Aktionäre glauben genauso daran wie der Verwaltungsrat und Braumeister Stranzky.

Endlich ein Sissacher Bier

Und, wie schmecken sie nun, die ersten Farnsburger Biere, das Naturblonde, das Hellblonde, das Amber? Vielleicht sollte Peter Buser, Gemeindepräsident von Sissach, diese Frage beantworten: «Grossartig!», findet Buser, der von sich behauptet, überzeugter Biertrinker zu sein.

Ihm hat es besonders das Amber angetan. Und die Tatsache, dass er künftig an offiziellen Anlässen neben Wein endlich auch Sissacher Bier anbieten kann. Verwaltungsrat Simon Schmid, zuständig für Verkauf und Marketing, schwärmt vom reibungslosen Ablauf in den vergangenen Monaten, den Bezug der Räumlichkeiten in Sissach, die Installation der Brauanlage, das Brauen der ersten Sude.

Vorerst nur direkt ab Brauerei

Aber ohne Bier konnte Schmid weder bei den Gastronomen, noch im Detailhandel vorstellig werden. Darum wird das Bier vorerst nur im Getränkehandel und direkt ab Brauerei erhältlich sein. Der Rampenverkauf findet jeweils donnerstags, freitags und samstags statt, diesen Donnerstag ist der offizielle Start.

Bis der Detailhandel das Farnsburger Bier listet, dürften noch einige Monate vergehen. «Wenn ich jetzt einfach mal optimistisch bin – und das bin ich», sagt Schmid, «dann werden wir ab kommendem Frühling im Detailhandel präsent sein.» Gastronomen haben kürzere Entscheidungswege.

Neben den drei Standardbieren Naturblond, Hellblond und Amber will die Farnsburg Brauerei eine ganze Reihe von Spezial- und Saisonbieren einführen. Verkaufschef Schmid spricht von vier bis sechs Brauen im Jahr.

Konkret will er nicht werden, spricht dann aber doch von einem Weissbier, das in Planung sei und nennt ein Fasnachtsbier als weiteres Beispiel. Etwa bereits 2017? Schmid zuckt die Schultern.

Tag der offenen Tür in der Brauerei Farnsburg, Samstag, 15. Oktober ab 11.30 Uhr, Hauptstrasse 11, Sissach