Kunsteisbahn
Sissacher Gemeinderat will mehr Geld für «Kunsti»-Sanierung

Die Einwohnergemeinde Sissach soll mehr Geld als bisher geplant in die Sanierung und den Ausbau der Kunsteisbahn investieren. Statt 4,7 will der Gemeinderat 6,6 Millionen Franken ans Projekt beisteuern.

Andreas Hirsbrunner
Merken
Drucken
Teilen
Die sanierungsbedürftige Kunsteisbahn soll mittels 8,7 Millionen Franken zu einer Eishalle mit moderner Infrastruktur aufgepeppt werden.

Die sanierungsbedürftige Kunsteisbahn soll mittels 8,7 Millionen Franken zu einer Eishalle mit moderner Infrastruktur aufgepeppt werden.

Martin Toengi

Der Sissacher Gemeinderat holt zum teuren Befreiungsschlag aus: Er lädt am 23. August zu einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung ein und legt den Stimmbürgern dort einen zusätzlichen Kredit-Brocken von 1,9 Millionen Franken für Sanierung und Ausbau der Kunsteisbahn vor. Dies teilte er gestern mit und reagierte damit auf das ernüchternde Sammelergebnis, zu dem auch ein prominent besetztes Patronatskomitee unter Leitung von alt Regierungsrat Urs Wüthrich weniger als erwartet beisteuern konnte.

Vier Millionen Franken sollten bei Wirtschaft, Privaten, Gemeinden und Kanton zusammentrommelt werden, 2,1 Millionen sind es unter dem Strich geworden. Dies bedeutet, dass für die von der Gemeindeversammlung letzten Herbst beschlossene, 8,7 Millionen Franken teure Eishalle mit moderner Infrastruktur 1,9 Millionen fehlen. Diesen Betrag soll die Gemeinde nun zusätzlich zu den bereits gesprochenen 4,7 Millionen zahlen.

Steuererhöhung unumgänglich

Woher will die Gemeinde dieses Geld nehmen? «Wir müssen uns entsprechend verschulden», sagt Gemeindepräsident Peter Buser. Was insofern nicht so gravierend ist, da Sissach derzeit schuldenlos dasteht und die Rechnung 2015 weit besser als budgetiert ausgefallen ist. Allerdings komme Sissach in den nächsten Jahren nicht um eine Steuererhöhung herum, fügt Buser an. Er will sich aber nicht auf Details einlassen, sondern stellt eine umfassende Information für die ausserordentliche Versammlung im August in Aussicht. Der Gemeinderat wollte bekanntlich den Steuerfuss bereits per 2016 von 57 auf 59 Prozentpunkte erhöhen, scheiterte damit aber an der Gemeindeversammlung.

Bei den Investitionen sieht Buser insofern Luft zugunsten der Eishalle, als andere geplante Projekte wie die Hauptstrasse Ost hinausgeschoben werden könnten. Busers Fazit: «Die zusätzlichen 1,9 Millionen Franken sind für Sissach verkraftbar und vertretbar.» Der Gemeindepräsident kann gleichzeitig eine gewisse Enttäuschung über das Resultat der Geldsammlung nicht verbergen: «Der regionale Gedanke sollte mehr spielen.» Buser will aber keine einzelnen Gemeinden an den Pranger stellen, sondern verweist nur auf die nicht erfüllte Erwartung, dass jede Gemeinde im Schulkreis Sissach 100 Franken pro Einwohner bezahlt.

Schliesslich stellten 16 Gemeinden mehr oder weniger hohe Beiträge in Aussicht; als einzige übertrifft Nachbar Zunzgen mit 300'000 Franken die Erwartungen. Auf eine entsprechende Frage meint Buser: «Ja, die gleichzeitige Sammlung für das Hallenbad Gelterkinden spielt eine Rolle, das Geld der Gemeinden wird gesplittet.» Könnte denn nicht auch das Kunsti-Projekt redimensioniert werden? Buser wehrt ab: «Entweder gibt es die Volllösung oder keine Lösung. Alles dazwischen kostet nur und bringt zu wenig.» Keine Lösung hiesse, dass die Kunsti für gegen drei Millionen Franken zurückgebaut werden müsste, sobald die 50 Jahre alte Kälteanlage aussteigt oder das marode, mittlerweile mit Stahlzugbändern unterspannte Dach seinen Geist endgültig aufgibt.

Die Sissacher können nun noch auf das Kantonsgericht hoffen, wo eine Beschwerde der Gemeinde gegen den Kanton hängig ist, weil dieser «nur» die Hälfte der beantragten 1,5 Millionen Franken an die Kunsti beisteuern will.