Laufental
Soll Basel zum Doppelspur-Ausbau etwas zahlen? Und was ist mit dem Jura?

Die Basler Politiker sind sich uneins, ob man den Bahnausbau im Laufental finanziell unterstützen sollte. Zur Sprache kommt auch eine Beteiligung des Kantons Jura. Doch ohne ein Ja zur Fabi-Abstimmung läuft eh nichts.

Boris Burkhardt
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Soll sich Basel-Stadt am Doppelspurausbau im Laufental beteiligen? Die Poltiker sind sich uneinig.

Soll sich Basel-Stadt am Doppelspurausbau im Laufental beteiligen? Die Poltiker sind sich uneinig.

Roland Schmid

Die Vorfinanzierung des Doppelspurausbaus im Laufental sollte nicht von Baselland alleine getragen werden. Dies findet jedenfalls der Basler Grossrat Heiner Vischer (LDP). Er begrüsst den Vorschlag der Vereinigung für eine Starke Region Basel/Nordwestschweiz. Basel solle sich analog der Baselbieter Beteiligung an der Planung der S-Bahn-Durchmesserlinie Herzstück mit einem Drittel an der Vorfinanzierung des 100 bis 120 Millionen Franken teuren Doppelspurausbaus im Laufental beteiligen.

Doch Vischer geht noch weiter: Aus Solidarität sollte sich auch der Kanton Jura an den Kosten beteiligen; dieser würde genauso wie Basel von der erhöhten Kapazität auf der Strecke Basel–Delémont profitieren. Allerdings weist Vischer auf die Notwendigkeit hin, dass zuerst am 9. Februar die Eisenbahnfinanzierung Fabi angenommen werden müsse: «Kommt Fabi nicht, hat die Region andere Prioritäten, zum Beispiel die Entflechtung Muttenz für den Viertelstundentakt.»

Ohne Fabi-Beschluss geht gar nichts

So sieht es auch der Kanton Baselland: «Wir sollten den Kuchen nicht verteilen, bevor er gebacken ist», sagt Dieter Leutwyler, Sprecher der Bau- und Umweltschutzdirektion: «Bis zum 9. Februar konzentrieren wir uns auf den Bund.» Ohne den Fabi-Beschluss fehle die gesetzliche Grundlage für den Ausbau.

Mässig begeistert von der Idee der Basler Beteiligung ist Grossrat Jörg Vitelli (SP): «Ich habe Mühe damit, dass, kaum haben wir über die Finanzierung des Herzstücks gesprochen, ein weiterer namhafter Betrag vom reichen Onkel gefordert wird.» Die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro habe ja gesagt, es gelte das Territorialprinzip.

Von diesem Prinzip will die Geschäftsführerin des VCS beider Basel, Stephanie Fuchs, nichts wissen: «Die Kantonsgrenzen sind immer ein Hindernis für die Verkehrsplanung in der Region.» Dennoch spricht sich Fuchs aus pragmatischen Gründen gegen eine finanzielle Beteiligung Basels aus: «Jetzt darf die Region nicht zögerlich sein – sonst langt sich der Bund an den Kopf.» Ausserdem sei es für ein Darlehen zu aufwendig, einen neuen Verteilschlüssel auszurechnen.