Solothurner Gewerbler fordern Aufhebung der Maskenpflicht

Läden klagen über tiefere Umsätze und Konsum-Tourismus in Nachbarkantone – darunter auch Baselland.

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Im Kanton Solothurn tobt eine Kontroverse um die Maskenpflicht, die seit Anfang September in den Läden gilt. Gewerbler aus dem Schwarzbubenland forderten vor kurzem mit Verweis auf die liberaleren Coronaregeln im Baselbiet eine Ausnahmeregel für die Gebiete diesseits des Juras. Davon wollte Regierungsrätin Susanne Schaffner (SP) nichts wissen (die bz berichtete).

Nun doppelt der Kantonal-Solothurnische Gewerbeverband nach: Seit Einführung der Maskenpflicht hätten zahlreiche Geschäfte Ertragseinbussen hinnehmen müssen. In einer Umfrage des Verbands gaben über 80 Prozent der Läden an, dass sie weniger Umsatz erzielen.

«Maskenpflicht ist geschäftsschädigend»

Gemäss Umfrage bei 262 Läden sagten 15 Prozent der Befragten, sie würden Personal abbauen, um die Verluste auszugleichen. Dramatischer als bei den Lebensmittelgeschäften sei der Rückgang im Non-Food-Bereich, teilt der Gewerbeverband mit. Zwei Drittel der Läden gaben in der Umfrage an, dass ein «Konsum-Tourismus» in benachbarte Kantone spürbar sei. Der Verband zieht als Fazit, dass das Experiment Maskenpflicht sofort beendet werden müsse. Die Menschen würden sich nicht in den Einkaufsläden mit dem Coronavirus anstecken. Die Massnahmen Händedesinfektion und Abstandhalten hätten bisher sehr gut funktioniert und müssten weitergeführt werden.

«Die Maskenpflicht ist geschäftsschädigend», schreibt der Gewerbeverband. Es stünden Arbeitsplätze auf dem Spiel. Nachdem es die Gewerbler aus dem Schwarzbubenland nicht geschafft haben, ruft nun der kantonale Gewerbeverband die Solothurner Regierung dazu auf, die Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Verkaufsräumen per sofort abzuschaffen. Die Maskenpflicht gilt in Solothurn vorerst bis am 31.Oktober.

Der Kanton vermeldete gestern gegenüber dem Vortag zehn neue Infektionen mit dem Coronavirus; das Gesamttotal stieg auf 885. Vier Personen waren hospitalisiert. In Solothurn liegt die Inzidenz (Zahl der Ansteckungen pro 100000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen) bei 38, wesentlich höher als in beiden Basel, aber unter dem Schweizer Schnitt. (sda/bz)